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Refugee Room bringt Kinder zum Nachdenken

Drei Bilder: Eine Frau schreibt „Schafft den Hunger ab“, eine andere malt eine Erde, Kinder sehen sich ein Plakat an.

Eine Holzhütte mitten im Kaskelkiez? Nicht nur die Bewohner*innen hatten sich über den Refugee Room gewundert, der für die Interkulturelle Woche und das SozDia Jahresmotto "Streit.Kultur.Demokratie" im Kiez stand, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen: wie sähe eine Welt aus, in der niemand fliehen muss? Auch die Kinder aus der Gruppe der Wackelzähne...

...besuchten den Refugee Room. Die Projektleitung von UMGeben für unbegleitete minderjährige Geflüchtete sprach mit ihnen über das Thema Flucht. Im Anschluss malten die kleinen Künstler*innen ihre perfekte Welt: mit bunten Häusern, Regenbögen, Tieren und Wasserrutschen.

Aber auch auf die Erwachsenen im Kiez zeigte das Kunstprojekt Wirkung: Manche Menschen kamen mehrmals vorbei, dachten tagelang über die Frage nach und beobachteten die Entwicklung der Hütte. Während einige meinten, eine solche Welt sei nur ohne Menschen möglich, ließen sich andere aufs Träumen ein: Es wäre eine bunte und friedliche Welt mit fair verteilten Ressourcen, in der jeder Mensch in Würde leben kann.

Ein obdachloser Mensch schrieb: “Es wäre schön, wenn alle Menschen teilen könnten”. Das war ein paar Tage, nachdem jemand die Polizei rief, aus Angst, jemand könnte in der Hütte schlafen. 

Ein Vater kam mehrmals mit seiner Tochter und fand es schade, dass wir abbauen, bevor die Verwandtschaft zu Besuch kam – er war es, der ein Hakenkreuz von jemandem entdeckte und durchstrich.

Eine Frau war erst ein wenig resigniert, es blieben eh nur Menschen stehen, die dem Thema gegenüber positiv eingestellt wären. Doch dann lächelte sie und ergänzte: “Aber wissen Sie was, mir haben sie den Tag heute verschönert. Ist doch gut zu wissen, dass wir eigentlich mehr sind”.