„Wir sind tief bestürzt über den Anschlag auf den Berliner CSD. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freund*innen sowie der gesamten queeren Community. Auch Mitarbeitende und Bewohner*innen unserer queeren Wohnangebote waren auf dem CSD. Umso näher geht uns diese Gewalttat.
Sie macht auf erschütternde Weise deutlich: Queere Menschen sind auch heute noch Ziel von Hass und Gewalt. Gerade jetzt braucht es eine klare Haltung und sichtbare Solidarität der gesamten Gesellschaft.
Als Träger queerer Wohnangebote erleben wir täglich, wie wichtig sichere Räume, Beratung und verlässliche Unterstützung für junge queere Menschen sind. Umso unverständlicher ist es, dass ausgerechnet jetzt die Förderung des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda e. V. beendet werden soll. Gerade in einer Zeit, in der Hass und Gewalt gegen queere Menschen zunehmen, brauchen junge Menschen verlässliche Anlaufstellen, Schutz und Gemeinschaft – nicht deren Abbau. Wer solche Strukturen schwächt, sendet das völlig falsche Signal.
Unsere Antwort auf Hass und Gewalt darf nicht der Rückzug sein. Im Gegenteil: Beratungs-, Begegnungs- und Wohnangebote für queere Menschen müssen gestärkt und ausgebaut werden. Sichtbarkeit, Schutz und Unterstützung sind keine freiwilligen Leistungen, sondern Ausdruck einer solidarischen und demokratischen Gesellschaft.“
— Nina Kirch, Vorständin der SozDia


