In unseren Projekten geht es uns um viel mehr als nur um Gastronomie oder Handwerk. Wir geben jungen Menschen mit schwierigen Startbedingungen eine echte Perspektive, auch wenn sie psychisch belastet sind oder den Anschluss an die Schule verloren haben.
Die SozDia setzt hier auf einen konsequent praktischen Ansatz mit individueller Unterstützung. Michael Heinisch-Kirch erklärt dazu: "Bei uns können Menschen zunächst mal Selbstwirksamkeitserfahrung machen. Man kann tätig werden, erstmal was machen, und mit dieser Erfahrung kann man auch irgendwann die eigenen Probleme bewältigen." Das Ziel dieser Arbeit ist klar definiert: Wer bei uns lernt, soll am Ende fest im Berufsleben stehen. Die Zahlen bestätigen diesen Weg, denn fast alle, die zu uns kommen, schaffen ihren Abschluss und um als dringend benötigte Fachkräfte Berlins Zukunft zu gestalten.
Dennoch steht diese erfolgreiche Arbeit aktuell unter großem politischem Druck. Berlin spart, und das hat Folgen für die Zuweisung in die Projekte. Michael Heinisch-Kirch kritisiert, dass die Bezirke unter solch hohem finanziellen Druck stehen, dass sie die Jugendberufshilfe als kurzfristige Sparmaßnahme betrachten. Die Folge ist eine Fehlvermittlung: Jugendliche, die bereits schulabstinent waren, werden nach der zehnten Klasse oft einfach wieder zurück an sogenannte Ankerschulen verwiesen, was ihre Probleme meist nur verfestigt, anstatt sie zu lösen.
"Schickt sie lieber zu uns", fordert Heinisch-Kirch deutlich, denn die Jugendberufshilfe sei letztlich die preiswerteste Möglichkeit, junge Menschen nachhaltig in die Gesellschaft zu integrieren. Es ist ein falsches Signal, bei Programmen zu sparen, die nachweislich funktionieren. Wir setzen uns daher weiter dafür ein, dass die Jugendberufshilfe als notwendige Investition in die Zukunft gesehen wird und nicht als Posten, den man in Haushaltsdebatten einfach streichen kann.
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