Ein Handy wird hochgehalten, ein TikTok-Video läuft. Plötzlich geht es um Wehrpflicht, teure Schulessen oder die Frage, welche Partei eigentlich wofür steht. Im Jugendklub beginnt politische Bildung oft ganz nebenbei – zwischen Couch, Handy und Gespräch.
„Die Kids haben Sorgen, die haben Themen“, sagt Elisabeth Kühner-Rodé, Leitung des Jugendklubs Rainbow in Karlshorst. Ob Migration, Wehrpflicht oder die Zukunft in Berlin: Die Themen, die Jugendliche beschäftigen, sind vielfältig. Politik begegnet ihnen dabei längst nicht nur in der Schule. „Politik findet ja nicht nur im Klassenraum statt. Politik findet auch auf den Handys der Jugendlichen statt“, sagt Kühner-Rodé.
Im Jugendklub geht es darum, gemeinsam ins Gespräch zu kommen und Informationen zu hinterfragen. Was stimmt eigentlich? Was fehlt in einem Video? Und wofür stehen die Parteien wirklich?
„Wir nehmen keine belehrende Funktion ein, sondern wir hinterfragen“, erklärt Elisabeth Kühner-Rodé. Auch nach der Wahl geht das Gespräch weiter. Die Ergebnisse bieten Anlass, über unterschiedliche Meinungen, Interessen und politische Beteiligung zu sprechen.
Die U16-Wahl knüpft genau an diese Gespräche an. Sie gibt Jugendlichen die Möglichkeit, sich intensiver mit Parteien und politischen Themen auseinanderzusetzen, unterschiedliche Positionen kennenzulernen und eine eigene Meinung zu bilden. Und dann wird es konkret: Für viele ist es das erste Mal, dass sie selbst einen Stimmzettel ausfüllen und ihr Kreuz machen.
U16-Wahl in den SozDia Jugendklubs
Die U16-Wahl ist ein Bildungs- und Beteiligungsprojekt für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Noch bis einschließlich Freitag, den 11. September 2026, kann in allen SozDia Jugendklubs gewählt werden. Wahllokale sind das Rainbow in Karlshorst, die Tube, das Holzwurmhaus und der Abenteuerspielplatz Köpenick.
Mehr Informationen zur U16-Wahl gibt es bei u18.berlin.
