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Chef der Berliner SozDia-Stitung verweist auf Folgen für Konfliktbewältigung und Selbstbewusstsein

Der Vorstandsvorsitzende der Berliner SozDia-Stiftung, Michael Heinisch-Kirch, hat sich besorgt über die Langzeitfolgen bei jungen Menschen durch die Corona bedingte Isolation geäußert. Der Monate lange Lockdown habe für deren Entwicklung verheerende Folgen, erläuterte er am Donnerstagabend im rbb-Fernsehen. Jugendliche lernten nur in Gemeinschaft, Konflikte zu bewältigen oder auch Selbstbewusstsein zu entwickeln. Diese Lernerfahrungen fehlten derzeit weithin, so dass Jugendliche „zu Konsumenten von viereckigen Bildschirmen“ zu werden drohten.

„Das kann es nicht sein“, fügte Heinisch-Kirch hinzu.

Den jungen Leuten fehle vor allem die Gemeinschaft. Sie sei „von heute auf morgen seit dem ersten Corona-Lockdown weggebrochen und seither nicht wirklich wieder gekommen“, betonte der SozDia-Chef, zu dessen Stiftung mit mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch zahlreiche Kinder- und Jugendeinrichtungen gehören. Dies sei mit „offenen Augen und einem gesunden Menschenverstand“ überhaupt nicht zu übersehen.

Ein weiteres Problem bestehe darin, dass viele benachteiligte Jugendliche gar keine Möglichkeit hätten, am digitalen Unterricht ihrer Schule teilzunehmen, weil ihnen die Endgeräte fehlten, sagte Heinisch-Kirch. Er appellierte an die Politik, hier niedrigschwellige Angebote zu schaffen. Es könne nicht sein, dass die Schülerinnen und Schüler erst mit einem vom Lehrer bescheinigten Negativtest ein solches Gerät beantragen können, zumal sie die Lehrer Corona bedingt gar nicht treffen können. Das sei bei keinem der Jugendlichen in ihren Einrichtungen erfolgreich gewesen, betonte er zu entsprechenden Angeboten der Bundesregierung.

Im ganzen Land gebe es eine Fülle von Gemeinwesen- Einrichtungen wie Sportvereine oder Jugendclubs, die zurzeit alle nicht arbeiten könnten. Dringend nötig seien darum Konzepte, die sich auch an einzelne wenden. „Wir müssen alles, was wir haben, darangeben, dass es irgendwie zu Kontakten kommt“, fügte Heinisch-Kirch hinzu.

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