Für viele Berliner*innen sind hohe Temperaturen belastend. Für Menschen, die auf der Straße leben, können sie lebensgefährlich werden.
„Ich war einfach zu schwach, um mich weiter zu bewegen“, sagt Tom. Während der letzten Hitzewelle musste er das Flaschensammeln immer wieder unterbrechen. „Im Schatten sitzen – das war meine einzige Lösung.“ Weil er kaum noch Pfand sammeln konnte, fehlte ihm das Geld für das Nötigste. Tom lebt selbst auf der Straße und engagiert sich ehrenamtlich in der Hitzehilfe der SozDia. Er weiß, was die Hitze bedeutet: Schlafplätze bleiben auch nachts aufgeheizt, Wasser ist nicht selbstverständlich und Orte zum Abkühlen sind rar. „Es gibt nicht viel, wo man sich richtig abkühlen kann“, sagt er.
Heute verteilt Tom selbst Wasser. Gemeinsam mit anderen Freiwilligen ist er für die SozDia unterwegs und spricht Menschen an, die Unterstützung brauchen. Die Hitzehilfe bietet einen kühlen Aufenthaltsort mit Wasser, Essen, Hygieneartikeln, Sonnenschutz und Sozialberatung. Neu in diesem Jahr sind mobile Teams, die mit dem Lastenrad entlang der Karl-Marx-Straße unterwegs sind.
„Wir machen da keinen Unterschied zwischen arm und reich“, sagt Tom. „Jeder kann reinkommen und sich abkühlen.“ Gleichzeitig weiß er, dass viele wohnungslose Menschen lieber für sich bleiben oder Hilfsangebote nur schwer erreichen. Umso wichtiger ist die aufsuchende Arbeit: Die Hilfe kommt zu den Menschen – mit Wasser, Sonnenschutz und Zeit für ein Gespräch.
Eine Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte, kennt die Belastung durch die Hitze ebenfalls. „Bei der letzten Hitzewelle bin ich fast draufgegangen“, sagt sie. Sie musste ständig unterwegs sein und wurde immer wieder von Orten verdrängt. Einen sicheren Platz zum Ausruhen gab es kaum.
Besonders wichtig ist für sie deshalb, dass die Hitzehilfe nicht nur Wasser und Essen anbietet, sondern auch einen geschützten Ort zum Ausruhen. Draußen habe sie Angst vor Übergriffen. Sie erzählt, dass sie bereits zusammengeschlagen wurde. Dass es in der Hitzehilfe inzwischen auch Liegen gibt, auf denen Menschen sich für eine Weile ausruhen oder schlafen können, bedeutet für sie deshalb viel. Ein sicherer und kühler Ort, an dem sie zur Ruhe kommen kann, sei für sie eine große Hilfe.
Hitzehilfe der SozDia in der Magdalenenkirche
- kühler Schutzraum für wohnungslose Menschen und alle, die einen Ort zum Abkühlen brauchen
- Montag bis Freitag von 13 bis 18 Uhr geöffnet
- Karl-Marx-Straße 201–203, 12055 Berlin
- Angebote: Wasser, Essen, Hygieneartikel, Sonnenschutz, Ruheplätze und Sozialberatung
- zusätzlich sind mobile Teams im Kiez unterwegs und sprechen Menschen direkt an
Damit die Hitzehilfe den Sommer über weiter unterwegs sein kann, freuen wir uns über Sachspenden – besonders über Sonnencreme, Wasser und Trinkflaschen, frische Unterwäsche, Hygieneartikel sowie Hüte und anderen Sonnenschutz. Auch Geldspenden helfen dabei, das Angebot langfristig zu sichern.
