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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.
Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.
von Kathleen Pohl / Druckversion
Wölfe rufen gemischte Gefühle hervor. In der Geschichte der Menschheit geliebt und gehasst, kehren sie in den letzten Jahren aus ihren Rückzugsgebieten in Süd- und Osteuropa wieder nach Mitteleuropa zurück: Ein Erfolg des Naturschutzes.
In früheren Naturreligionen erbaten sich Jäger und Sammler vom "höheren Wesen" Wolf, Schutz, Gesundheit und Fruchtbarkeit. Dieses Bild wandelte sich erst im Mittelalter, als man begann, den Wolf zu verfolgen. Es entstand die Mär vom "bösen Wolf", die auch ihren Ausdruck in Märchen und Sagen fand. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war der Wolf in Mitteleuropa fast vollständig ausgerottet. (vgl. www.gzsdw.de)
Der Wolf war früher in ganz Deutschland verbreitet. Heute werden Wölfe vor allem in den neuen Bundesländer gesichtet. Brandenburg spielt dabei mit seinen vier Wolfsrudeln (Welzower, Lieberoser, Jüterbog, Brück/ Lehniner Rudel), einem welpenlosen Wolfspaar (Zschornower Heide) und drei Gebieten, in denen territoriale Wölfe leben (Grenzgebiet zu Mecklenburg-Vorpommern in Kyritz-Ruppiner Heide/ Müritzregion, Grenzgebiet Sachsen-Anhalt im Raum Altengrabow und Dreiländereck Annaburger Heide) eine wichtige Rolle. Mehr Wölfe gibt es nur in Sachsen. In Niedersachsen wurde ein Einzeltier gesichtet. Die Wölfe leben meist auf und in der Nähe von stillgelegten Truppenübungsplätzen.
Wie erkennt man einen Wolf?
Wölfe zu sehen, ist gar nicht so einfach, da sie sehr zurückgezogen leben und die Nähe von Menschen meiden. Nur nachts wagen sie sich in die Nähe von Ortschaften. Sollte man sie doch einmal am hellichten Tage erblicken, ziehen sie sich scheu und ruhig zurück. Auch der Mensch sollte Ruhe bewahren. Im Unterschied zum Schäferhund, haben Wölfe lange Beine und sehen von der Seite betrachtet, quadratisch aus, während Schäferhunde rechteckig sind. Sie besitzen gedrungene, dreieckige Ohren, ähnlich einem Husky, während die des Schäferhundes lang sind. Ihre Schnauze ist länger als die des Schäferhundes. Sie hinterlassen ein typisches Trittmuster, dass man den gebundenen Trab nennt. Das bedeutet, dass die Hinterfüße mit Krallen energieschonend genau auf die Vorderfüße, eine Art doppelter Fußabdruck, treffen. Beim Schäferhund gibt es hingegen kein geordnetes Trittmuster.
In der Bevölkerung gibt es noch heute gegenüber dem Wolf große Ängste und Vorbehalte, die mit dessen Rückkehr wieder erinnert werden. Dabei ist der Wolf uns nicht unbekannt, denn alle Hunde, vom Dackel bis zum Schäferhund, stammen vom Wolf ab. Vor allem die Landwirte und anderen Nutztierhalter haben Angst um ihre Schafe und Rinder und damit um ihre Existenzgrundlage.
Bei näherem Hinsehen stellen sich diese Ängste bei den aktuellen Wolfsvorkommen als unbegründet heraus. Das Wildbiologische Büro LUPUS (Sachsen) untersuchte im Rahmen eines Wolfsmonitorings zwischen 2001 und 2008 insgesamt 1468 Wolfslosungen (Kot) auf deren Zusam-mensetzung. Dabei wurden unverdauliche Nahrungsreste, wie Haare, Knochenfragmente oder Zähne den einzelnen Beutetieren zugeordnet und deren Anteile ermittelt. Festgestellt wurde, dass der Speiseplan der Wölfe dem wildreicher Gebiete entspricht. So besteht die Hauptnahrung der Lausitzer Wölfe zu 95,5 Prozent aus wildlebenden Huftieren, die in 96 Prozent aller Losungen nachgewiesen wurden. Zu 50 Prozent ist das Reh Hauptnahrungsbestandteil, gefolgt vom Rothirsch und vom Wildschwein. Etwa. 4 Prozent der Nahrung waren Feldhasen und Wildkaninchen. Auch Haustiere und Kleinsäuger kamen regelmäßig in der Nahrung vor, machten aber weniger als ein Prozent aus.
Nur wenn sich Wölfe sehr bedrängt fühlen, greifen sie Menschen an. Dabei geht es nicht um den Mensch als Beute, sondern um die Abwehr von Gefahr. Eine 2002 erstellte Studie vom norwegischen Institut für Naturforschung (NINA), die umfangreiches Material aus mehreren Jahrhunderten verarbeitete, stellte fest, dass von gesunden Wölfen in der Regel keine Gefahr ausgeht, da sie auf Menschen mit äußerster Vorsicht reagieren, normalerweise aber nicht aggressiv agressiv sind. Das Risiko in Europa oder Nordamerika von einem Wolf angegriffen zu werden, ist sehr gering. In den extrem seltenen Fällen, in denen Wölfe Menschen angegriffen und getötet haben, waren die meisten auf Tollwut oder Habituierung zurückzuführen. Diese Angriffe traten nicht spontan auf.
Viele Menschen glauben, dass Wölfe (wie auch Füchse) am Rande von Städten auftauchen, weil sie Tollwut hätten. Dazu muss man wissen, dass die Tollwut in Deutschland seit 2008, in Brandenburg seit dem Jahr 2000 als ausgerottet gilt.
Nichts desto trotz sind Wölfe ein aktuelles Thema, über das informiert und gesprochen werden muss. Herr Rudolph von der Gesellschaft zur Rettung der Wölfe e.V. sagte am 7. Dezember 2011 auf einer Veranstaltung der AG Urbane Landwirtschaft des Berliner Senats: "Es ist ziemlich unwahrscheinlich, dass sich Wölfe in Berlin blicken lassen. Dazu ist die Stadt zu dicht besiedelt. Aber für die Randgebiete müssen wir etwas machen. Hier muss ein Wolfsmanagement installiert werden."
Ein "Wolfsmanagement" umfasst verschiedene Maßnahmen, die sowohl die Tiere als auch die Landwirte bzw. Tierhalter als auch den Wolf schützen. Eine der Maßnahmen wäre zum Beispiel, dass Schafe über Nacht eingepfercht werden bzw. dass für sie Elektroschutzzäune errichtet werden. Dafür sollte es in Berlin - wie es in Brandenburg gehandhabt wird - Zuschüsse geben. Hütehunde sollten wieder mehr Einsatz finden. Für gerissene Tiere sollte es eine Ausgleichszahlung vom Land Berlin geben, um den Landwirten und Tierhaltern nicht die Existenzgrundlage zu entziehen.
Auf der anderen Seite sollte Wissen über Wölfe und ihre Lebensweise in die Ausbildung von Förstern aufgenommen werden und mehr Aufklärungsarbeit in den Schulen geleistet werden. Wissen über Wölfe müsste Bestandteil des Biologieunterrichts sein. Dabei geht es vor allem darum, Wissen zu vermitteln und Ängste zu nehmen. Gleichzeitig soll daran erinnert werden, dass der Wolf im ökologischen Gleichgewicht eine wichtige Funktion hat und damit nützlich ist.
Weitere Informationen: www.wolfsregion-lausitz.de und unter Gesellschaft zum Schutz der Wölfe e.V. www.gzsdw.de
Januar 2012
Bezirk hat Sonderseiten eingerichtetVielleicht hat es noch nicht jeder entdeckt? Zu folgenden Themen hat die Lichtenberger Abteilung Stadtentwicklung Sonderseiten eingerichtet: Bebauungsplan "Gartenstadt Karlshorst" 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenzam 27. April 2012 im Rathaus Lichtenberg war ein erster Schritt und ein großer Erfolg. Die anwesenden Marzahner und Kreuzberger wünschten sich ebensolche Veranstaltungen in ihrem Bezirk. Resonanzen von den Teilnehmer/-innen waren: Weitere Infos und Fotos finden Sie bis zum 10. Mai unter www.umwelt.sozdia.de. Gummibaumzu verschenken! ca. 1,5 m groß an Selbstabholer: Pfarrstraße, Tel.: 44 05 26 04 Berlin summt in Lichtenberg!Neuer Berlin summt - Standort wird am 12. Mai 2012 im Bezirk eingeweiht. Der Interkulturelle Garten Lichtenberg wird damit der zwölfte und letzte Referenzstandort des erfolgreichen Kümmerers für Wild- und Honigbienen in unserer Stadt. Die Initiative Berlin summt ist bekannt geworden, weil sie Imker und Hausbesitzer zusammenbringt, um Bienenstöcke insbesondere auf den Dächern prominenter Orte und touristischer Sehenswürdigkeiten Berlins, aufzustellen. Sie macht damit seit 2011 erfolgreich auf die Situation der Bienen in der Großstadt Berlin aufmerksam. In Lichtenberg ist übrigens das Deutsch-Russische Museum Karlshorst ebenfalls Referenzstandort von Berlin summt. Infos: www.interkulturellergarten.de, www.berlin-summt.de Gemüsegärten zum Mietenmeine Ernte GbR bietet wieder Gemüsegärten für eine Saison zum Mieten in Wartenberg an. |