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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.
Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.



von Anne Haertel / Druckversion
Eine sehr interessante Diskussion fand zu diesem Thema am 24. August 2011 im Mobilitätsrat im Lichtenberger Rathaus statt. Hier soll versucht werden, die wichtigsten Anliegen und Erkenntnisse zusammenzufassen. An der Diskussion beteiligten sich insgesamt 29 Personen, von interessierten Lichtenberger/-innen über Vertreter von Vereinen und Unternehmen sowie Mitarbeiter der Wohnungsgenossenschaften Merkur, Fortuna und WG Li und Vertreter des Amts für Bauen und Verkehr des Bezirkes Lichtenberg.
Die zum Einstieg gezeigte Diashow mit teils kuriosen Beispielen von Radabstellmöglichkeiten verdeutlichte, dass in jedem Falle eine gute Standort- und Bedarfsbeobachtung und -analyse wichtig sind.
Wer sein Fahrzeug im Haus oder im öffentlichen Raum abstellen möchte, möchte vor allem die Sicherheit gewährleistet haben, dass es nicht unrechtmäßig entwendet wird oder kaputt geht bzw. kaputt gemacht wird. Sicher befestigen würde damit bedeuten, am festen Rahmen anschließen, ein gutes Schloss nutzen und überdacht bzw. in geschlossenen oder überwachten Räumen abstellen.
Die Wohnungsunternehmen Fortuna, Merkur und WG Li berichteten anschaulich, welche Gedanken sie sich um geeignete Abstellmöglichkeiten machen. Hausflure sind aufgrund von Fluchtwegen und Brandschutz nicht nutzbar. Schienen in den Treppen zum Transport der Räder in den Keller wurden aus Sicherheitsgründen wieder herausgenommen. Nicht gern gesehen wird, wenn Bewohner ihre Fahrzeuge mit in die Wohnung nehmen, da sie beim Transport häufig die Hausflure beschädigen. Um also Barrieren zu senken bzw. ganz abzuschaffen und Abstellorte in Häusern bereit zu stellen bzw. zugängig zu machen, braucht es kreative Ideen und Lösungen, in die die Wohnungsunternehmen ihre Mieter auch mit einbeziehen. Wenn zum Beispiel der Wäscheraum im Keller kaum genutzt wird, können solche Räume bei Zustimmung durch Mieterbefragungen schon mal zu Fahrradkellern umgewidmet werden. Diese Möglichkeiten sind in Altbauten häufig nicht vorhanden, zumal schon die Kellertreppen meist zu steil sein. In den Diskussionsbeiträgen der Mieter wie auch der Vertreter der Wohnungsunternehmen wurde deutlich, dass in den Plattenbauten schon seit Jahren soweit wie möglich Veränderungen vorgenommen wurden, um Barrieren zu senken, Stufen abzubauen und Mobilitätshilfen zu schaffen.
Wenn sich im Haus keine Möglichkeiten bieten, bleibt noch die Möglichkeit einer Außenanlage. Hierüber denkt Herr Reinhold von der Wohnungsgenossenschaft Fortuna nach. Als Möglichkeit bietet sich dafür hinterm Haus der sogenannte Wohngrünstreifen an. Hier ist das Bezirksamt für flexible Lösungen offen. Herr Ehrendreich, Amtsleiter Bauen und Verkehr im Bezirksamt Lichtenberg erklärte dazu ein weiteres Verfahren, das Haus-und Wohnungseigentümern wie auch dem Bezirk zu Gute kommt: Die Wohnungsgenossenschaft stellt z.B. Bügel auf und bezahlt sie. Das Bezirksamt übernimmt diese in ihr Eigentum und kümmert sich dann darum.
Die Wohnungsgenossenschaften beschäftigt allerdings das Thema "Fahrrad" zurzeit weniger als das Thema "Rollatoren". Als Lösung stellte hier Herr Dr. Lehmann von der Merkur die Rollatorbox neben dem Haus vor, wo der Rollator sicher parken und gleichzeitig aufgeladen werden kann. Eine Box kostet mit Stromanschluss nicht unter 3000 Euro. Die WG Li nutzt inzwischen Rollstuhlwechselanlagen, um den Mietern die Überwindung der Stufen zu gewährleisten. Hier wechselt der Rollstuhlfahrer von einem Indoor-Rollstuhl in einen Outdoor-Rollstuhl. Um das zu gewährleisten mussten die Hauseingänge umgebaut werden, berichtete Herr Burwitz von der WG Li.
Im öffentlichen Raum werden zurzeit auch in Lichtenberg bevorzugt "Kreuzberger Bügel" für Fahrräder eingesetzt. Die ebenfalls noch häufig vorhandenen niedrigen Radhalterungen, in die man einfach so reinfährt, von vielen Radfahrern auch als "Speichenbrecher" bezeichnet, sollten ausgetauscht bzw. nicht mehr verkauft und aufgestellt werden. In der Diashow wurde deutlich, dass viele Radfahrer dann lieber eine Alternative an einer Hauswand suchen, als in diesen Ständern zu parken.
Interessant war dazu noch der Hinweis, dass die bevorzugten "Kreuzberger Bügel" für Damenräder nur dann geeignet sind, wenn sie eine Querstange auf mittlerer Höhe haben. An den Bügel-Ausführungen ohne Querstange lassen sich zwar Herrenräder in der richtigen Höhe perfekt am Rahmen befestigen, Damenrädern fehlt zum Befestigen jedoch ganz einfach die Stange auf der richtigen Höhe.
Ärgernisse bereiten Radfahrern bei der Nutzung von Abstellanlagen die Anhäufung von ungenutzten und herrenlosen Rädern. Hierzu schlug Herr Winter vor, dass es - ähnlich wie es Freiwillige auf Spielplätzen machen - auch Freiwillige geben könnte, die sich um Fahrradabstellanlagen kümmern, sie regelmäßig kontrollieren, sauber und Fahrrad-Müllfrei halten bzw. blockierte Ständer der Polizei bzw. dem Eigentümer melden. Ob herrenlose, angeschlossene Räder im öffentlichen Raum vom Flächeneigentümer einfach entsorgt werden dürfen, blieb eine offene Frage.
Herr Ehrendreich berichtete aus dem Bezirksamt, dass derzeit für 26.000 Euro zusätzliche Fahrradständer im öffentlichen Raum in Lichtenberg aufgestellt werden. De facto werden die Radständer von IKEA bezahlt. Der Hintergrund ist dazu Folgender: IKEA benötigt die große Menge an Radständern, die sie vorschriftsgemäß aufstellen müssen, nach eigener Einschätzung nicht. Das Bezirksamt kann nun über die nicht benötigte Anzahl Ständer verfügen und hat bereits geeignete Plätze ausgesucht. IKEA übernimmt im Sinne der Ausgleichszahlung die Kosten. Inklusive der Aufstellung und der dafür benötigten Materialien werden damit 150 neue Fahrradständer aufgestellt. Zur Frage nach überdachten Stellplätzen verfügt der Bezirk über 230 Stück. Einige Anwesende äußerten jedoch, dass für sie die Überdachung von Stellplätzen im öffentlichen Raum nicht prioritär ist.
In der Diskussion spielte der Mobilitätserhalt älterer und kranker Menschen eine besondere Rolle. Übersehen wird oft, dass ältere Menschen häufig als Erstes und über eine lange Zeit das Fahrrad als Mobilitätshilfe nutzen. Statt zu Laufen wird dann der Weg zum Arzt und zum Einkaufen im Stadtteil mit dem Fahrrad gemacht. So können - das wissen auch die Jüngeren - auch schwere Güter bis zur Haustür transportiert werden. Erst viel später folgen dann Rollator und Rollstuhl.
Der Mobilitätsrat war beeindruckt, wie viele Gedanken sich die Mitarbeiter in den Wohnungsunternehmen zum Thema Mobilität machen, wie flexibel sie nach Anpassungsmöglichkeiten suchen und wie viel Geld dabei fließt. Die Frage, ob die Mieter denn die Investitionen zu schätzen wüssten, beantworteten alle Wohnungsgenossenschaften mit Ja. Sie konnten auch davon berichten, dass Mieter sehr wohl dazu bereit wären, sich an Lösungen auch finanziell zu beteiligen. Oft wäre die finanzielle Beteiligung aber gar nicht nötig.
In der Diskussion ging es dann noch um die Radabstellanlagen am Bahnhof Ostkreuz. Hier konnte ein Vertreter des ADFC berichten, dass diese Diskussion in einer Fachrunde, an der die BVG, die Deutsche Bahn, der ADFC, der Bezirk etc. beteiligt sind, geführt wird, aber bisher noch kein Ergebnis vorweisen kann. Zwischen den verschiedenen Zuständigkeiten und Ansprüchen der Beteiligten ist eine Einigung scheinbar nicht einfach. Vorgestellt wurde außerdem noch das Erfurter Radhaus am Erfurter Hauptbahnhof und die Züricher Velostation. Eine solche Großanlage am Ostkreuz würde nicht nur Trends beantworten sondern auch Trends setzen.
Für den Mobilitätsrat war aus meiner Sicht, die Diskussionsmöglichkeit und der Erfahrungsaustausch mit den beteiligten Gästen auf der Grundlage detaillierter Hintergrundinformationen von großem Gewinn. Es zeigte sich erneut, dass die Vielfalt der Sichtweisen und Kompetenzen zu interessanten Überlegungen und neuen Ideen führt. Der Mobilitätsrat verfolgt unter anderem das Anliegen, durch Fachvorträge, sachliche Diskussionen und Erfahrungsaustausch die Aufmerksamkeit auf bestimmte Mobilitätsfragen, -probleme und -trends zu lenken. Das ist ihm hier gut gelungen.
Bei der nächsten Sitzung am 19. Oktober um 18 Uhr wird es dann um Lösungen und Probleme bei Übergängen von einem Verkehrsmittel zum anderen gehen. Die Sitzungen sind offen für alle Interessierten.
Weitere Informationen zu den letzten Sitzungen und zur nächsten Sitzung finden Sie unter www.umwelt.sozdia.de.
September 2011
Bezirk hat Sonderseiten eingerichtetVielleicht hat es noch nicht jeder entdeckt? Zu folgenden Themen hat die Lichtenberger Abteilung Stadtentwicklung Sonderseiten eingerichtet: Bebauungsplan "Gartenstadt Karlshorst" 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenzam 27. April 2012 im Rathaus Lichtenberg war ein erster Schritt und ein großer Erfolg. Die anwesenden Marzahner und Kreuzberger wünschten sich ebensolche Veranstaltungen in ihrem Bezirk. Resonanzen von den Teilnehmer/-innen waren: Weitere Infos und Fotos finden Sie bis zum 10. Mai unter www.umwelt.sozdia.de. Gummibaumzu verschenken! ca. 1,5 m groß an Selbstabholer: Pfarrstraße, Tel.: 44 05 26 04 Berlin summt in Lichtenberg!Neuer Berlin summt - Standort wird am 12. Mai 2012 im Bezirk eingeweiht. Der Interkulturelle Garten Lichtenberg wird damit der zwölfte und letzte Referenzstandort des erfolgreichen Kümmerers für Wild- und Honigbienen in unserer Stadt. Die Initiative Berlin summt ist bekannt geworden, weil sie Imker und Hausbesitzer zusammenbringt, um Bienenstöcke insbesondere auf den Dächern prominenter Orte und touristischer Sehenswürdigkeiten Berlins, aufzustellen. Sie macht damit seit 2011 erfolgreich auf die Situation der Bienen in der Großstadt Berlin aufmerksam. In Lichtenberg ist übrigens das Deutsch-Russische Museum Karlshorst ebenfalls Referenzstandort von Berlin summt. Infos: www.interkulturellergarten.de, www.berlin-summt.de Gemüsegärten zum Mietenmeine Ernte GbR bietet wieder Gemüsegärten für eine Saison zum Mieten in Wartenberg an. |