Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Deutscher Naturschutzpreis 2012

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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.

Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.

Neuer Radweg eröffnet

Foto: Heinz Nabrowsky
Eröffnung, Foto: Martina Bertgen
Stadtrat A. Geisel weiht den Radweg ein, Foto Martina Bertgen
Foto: Heinz Nabrowsky
Foto: Heinz Nabrowsky
Foto: Heinz Nabrowsky
Foto: Heinz Nabrowsky
Foto: Heinz Nabrowsky
Foto: Heinz Nabrowsky
Foto: Heinz Nabrowsky
Foto: Heinz Nabrowsky
Foto: Heinz Nabrowsky
Foto: Heinz Nabrowsky

von Heinz Nabrowsky   /   Druckversion

Radfahren in Grünanlagen - das war bis vor einigen Jahren noch ein umstrittenes Thema. Im Bezirk Lichtenberg hatte sich schon vor mehreren Jahren der für Verkehr und Grünflächen zuständige Bezirksstadtrat Andreas Gei­sel (SPD) mit dem Amt für Bauen und Verkehr und dem Amt für Umwelt und Natur darauf verständigt, das Rad­fahren in Grünanlagen, da wo es möglich ist, zuzulassen. Die öffentlichen Grünanlagen wurden mit dem entspre­chenden Hinweisschild versehen. Aber dabei blieb es nicht. Im Zusammenhang mit der Planung des Land­schaftsparks Herzberge gab es eine enge Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung/ Refe­rat Radwege. Schnell wurde die gemeinsame Interessenlage klar und so stand einer erweiterten Radwegepla­nung für Lichtenberg nichts im Wege.

Wer selbst mit dem Rad in der Stadt unterwegs ist, weiß separate Radwege fern von Straßen mit Kraftfahrzeu­gen zu schätzen. Die im Landschaftspark Herzberge angewandte Planungsphilosophie lautete demzufolge, mög­lichst viele Trassen abseits der stark befahrenen Straßen zu finden und zu entwickeln. Im Landschaftspark Herz­berge führen jetzt wichtige Radwegeverbindungen vom Stadtzentrum nach Marzahn-Hellersdorf bzw. vom Sü­den des Bezirkes in den Norden.

Aber auch an anderer Stelle wurde das Radwegenetz ergänzt. Das Bezirksamt Lichtenberg plante schon seit mehreren Jahren, auf der Trasse der ehemaligen Industriebahntrasse der Niederbarnimer Eisenbahn (NBE) einen Fuß- und Radweg zu etablieren. Nach zähen Verhandlungen um Grundstücke und Interessenkonflikten mit einzelnen Anwohnern war es am 09.09.2011 endlich so weit  - ein Teilstück des neuen Weges auf der ehemali­gen NBE-Trasse wurde fertig gestellt.

Der neue, kombinierte Fuß- und Radweg verläuft vor allem auf dem alten Bahndamm der Niederbarnimer Eisen­bahn in Hohenschönhausen: Von der Feldtmannstraße, Ecke Perler Straße bis zur Hansastraße und von dort weiter bis zur Drossener Straße am Faulen See. Er ist etwa 700 Meter lang und drei Meter breit. Auch aus Grün­den der späteren Unterhaltung erfolgte die Befestigung mit einer Asphaltdecke. Die Einweihung nahm Baustadt­rat Andreas Geisel (SPD) persönlich vor. Er freute sich sehr über diese Verbindung abseits vielbefahrener Stra­ßen: "Der besondere Reiz des neuen Weges ist sein Verlauf auf dem erhöhten alten Bahndamm. Sein naturna­her Charakter sollte erhalten bleiben, weshalb wir die schon vorhandenen alten Obstbäume und Sträucher mit weiteren heimischen Sträuchern und Bäumen komplettiert haben." (Quelle: Pressearchiv des Bezirksamtes Lich­tenberg)

Dafür wurden etwa 400.000 Euro aus dem Programm zur "Verbesserung der Infrastruktur für den Radverkehr" der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung investiert. Der schmucke Weg wurde von Dr. Ing. Utz-Rainer Keil vom Büro Keil-Landschaftsarchitekten geplant. Seitens des Amtes für Umwelt und Natur betreute Frau Bertgen die Baumaßnahme. Die Bauzeit dauerte von September 2010 bis August 2011. Auch neue Sitzbänke laden nun zum Ausruhen und Verweilen ein. Im mittleren Teil der Strecke wurde mit Gabionenmauern ein Dreiecksplatz an der ehemaligen Bahnböschung angelegt, der durch seine erhöhte Lage einen freien Blick über die idyllische Kleingartenkolonie und die umgebende Stadtlandschaft ermöglicht. Hier schließt sich eine Radfahrverbindung von der Perler Straße Richtung Darßer Straße bis zum Gebiet um den Malchower See an. Das Autohaus Möbus stellte ein Stück Weg seiner privaten Grundstücksfläche zur Verfügung, der nun als Teil des Gesamtradweges ausgebaut wurde.

Von diesem Wegabschnitt profitieren aber nicht nur die Radfahrer. Auch für Fußgänger ist er bedeutsam und ver­kürzt die Wanderzeit zwischen den Grünflächen. Darüber hinaus erfüllt der Weg in Teilen auch die Aufgabe des Biotopverbundes. Der Weg durchquert die Kleingartenanlage Feldtmannsburg e.V. In der Kleingartenanlage be­finden sich kleine Feuchtbiotope, in denen z.B. auch der Kammmolch lebt. Er ist eine Zielart des europäischen Artenschutzes und daher streng geschützt. Die Molche nutzen die Saumbiotope als Landlebensraum und haben kein Problem mit den Radfahrern, denn sie wandern nur in der Dunkelheit bei Regen.

Der Bezirk Lichtenberg gehört inzwischen zu den Vorreitern für den Bau neuer Fahrradwege. Dass es auch an­ders geht, zeigt der Nachbarbezirk Pankow. Hier wurde die NEB-Trasse bebaut.

Jetzt fehlt auf der Lichtenberger Seite noch der Abschnitt der ehemaligen NEB-Trasse zwischen Suermondtstra­ße und Hansastraße, für den die Vorbereitungen bereits laufen. Das Büro Keil-Landschaftsarchitekten prüft zur­zeit im Auftrag des Amtes für Umwelt und Natur weitere Wegeverbindungen zwischen dem Landschaftspark Herzberge und dem Norden des Bezirkes. Wenn es nach den Radwegeplanern der Senatsverwaltung ginge, könnten noch viele Kilometer Radwege in Lichtenberger Grünflächen gebaut werden. Und auch Radfahrer träu­men von einer tangentialen Verbindung, die von Lichtenberg in den Bezirk Köpenick führen könnte.

November 2011