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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.
Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.
von Beate Kitzmann / Druckversion
Immer wieder überraschen Naturschutzgebiete in der Stadt durch ihre besondere Vegetation und Tierwelt. Umgeben von Neubaugebieten und viel befahrenen Straßen eröffnet sich im Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder dem Besucher ein Kleinod von ungewöhnlicher Naturvielfalt.
Die ehemaligen Rieselfelder befinden sich an der nördlichen Stadtgrenze Berlins im Bezirk Lichtenberg. In einer eiszeitlichen Erosionsrinne nördlich von Falkenberg - zwischen Wartenberg im Westen und Ahrensfelde im Osten - wurden 930 Hektar mehr als acht Jahrzehnte lang von Abwasserberieselung und Landwirtschaft geprägt. Von der intensiven landwirtschaftlichen Nutzung, nach Einstellung des Rieselbetriebes Ende der sechziger Jahre, wurde nur ein kleiner Teil ausgenommen. Dieser Bereich enthält heute noch Reste der ehemaligen Rieselfeldstrukturen und zeichnet sich aus Sicht des Naturschutzes durch bemerkenswerten Reichtum an gefährdeten Tier- und Pflanzenarten aus. Darüber hinaus ist dieses Gebiet ein Stück regionaltypischer Kulturlandschaft im Berliner Barnim.
Wegen seiner Bedeutung für den Natur- und Artenschutz wurde dieser 86,26 Hektar große Abschnitt der Falkenberger Rieselfelder am 29. März 1995 unter Naturschutz gestellt.
Tier- und Pflanzenwelt im Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder
Aufgrund der vielfältigen Geländestruktur, die sich aus der Technik der Rieselfeldwirtschaft ergeben hat, haben sich hier die unterschiedlichsten Vegetationsformen durchgesetzt. Hecken, Gebüsche, Weidenbäume, Trockenrasen, Feuchtwiesen, Pappelbestand und Überflutungsbereiche, durchsetzt von kleineren Gewässern, bieten ideale Lebensräume für eine ungewöhnliche Vielfalt vor allem von Vögeln und Amphibien. Durch die Beendigung der Rieselfeldbewirtschaftung ist das Gebiet in starke Abhängigkeit von der jährlichen Niederschlagsmenge geraten. Dementsprechend ist die Anzahl der Brutvogelarten starken Schwankungen unterlegen. Noch stärker wirken sich feuchte oder trockene Jahre auf den Bestand an Rastvögeln aus. In manchen Jahren wurden hier rund 100 Vogelarten registriert. Hinzu kommen rund drei Dutzend Arten als Nahrungs- und etwa eben so viele als Wintergäste.
Zahlreiche der hier brütenden Vögel finden sich auf der Roten Liste besonders gefährdeter Arten wieder.
Wenn auch viele dieser Vögel vom Wege aus kaum zu entdecken sind, hört man doch die charakteristischen Rufe oder Gesänge von Feldlerche, Schwarz- und Braunkehlchen oder Schafstelze. Für Schleiereule, Rohrweihe, Turmfalke, Weißstorch und Kiebitz, die ihre Brutplätze im näheren Umfeld haben, sind die Falkenberger Rieselfelder ein bedeutendes Nahrungsgebiet. Sogar der seltene Baumfalke hat sich hier eingefunden.
Ebenfalls nur zu hören sind von April bis Juni Moor- und Teichfrösche und Erd- und Wechselkröten. Von zehn hier nachgewiesenen Amphibien- und Reptilienarten gelten alle als gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Hier leben Ringelnattern, Kammmolche und sogar Rotbauchunken.
Die Vegetation im Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder wird in weiten Teilen noch nachhaltig durch die langjährige Verrieselung von Abwasser geprägt. Auf diesen nährstoffreichen Böden wächst vor allem das Landreitgras, ein ausdauerndes, hochwüchsiges und sehr hartes Gras, das nur von wenigen robusten Rinder- und Pferderassen gefressen wird.
Aus der Sicht des Botanikers sind nicht nur die zahlreichen Kleingewässer mit ihren Wasserpflanzen- und Röhrichtgesellschaften bedeutsam, sondern auch die Wiesen, Mähweiden, Weiden und Brachflächen.
Zur Zeit wachsen im Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder 335 Arten Farn- und Blütenpflanzen. Darunter sind 17 Arten, die nach der Roten Liste in Berlin vom Aussterben bedroht oder gefährdet sind. Besonders hervorzuheben sind das Echte Tausendgüldenkraut, der Rauhe Hahnenfuß und das Acker-Filzkraut, da diese Arten im Naturschutzgebiet in großen Populationen vorkommen.
Das Echte Tausendgüldenkraut ist ein Enziangewächs, das im Gebiet auf trockenen Sandböden in lückigen Landreitgrasfluren wächst. Der Rauhe Hahnenfuß ist eine eher unscheinbare, niedrigwüchsige Pflanze, die auf den Weißkleeweiden durch ihre gelben Blüten und bei näherem Hinsehen durch ihre nach unten gerichteten Kelchblätter auffällt. Das Acker-Filzkraut ist eine einjährige lichtbedürftige Art, die auf sandigem Boden an offenen Störstellen, die durch den Tritt der Rinder und Pferde entstehen, wächst.
Jetzt sogar europäisch geschützt!
Dieses wunderbare Gebiet ist nunmehr von der Europäischen Kommission in die Liste der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung eingetragen worden und erhielt die Landesnummer (FFH-Gebiet 5, Gebietsnummer DE - 3447-301). Das Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder ist somit Bestandteil des kohärenten Europäischen Netzes NATURA 2000 und es bestehen bindende internationale Verpflichtungen zum besonderen Schutz des FFH-Gebietes.
Verfahren zur Überarbeitung der Unterschutzstellung
Da die Unterschutzstellung im Jahr 1995 erfolgte, ist nunmehr eine Überprüfung und Anpassung der Schutzgebietsverordnung erforderlich. Diese Überprüfung findet derzeit in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung statt. Nunmehr müssen geeignete Gebote und Verbote, sowie Pflege und Entwicklungsmaßnahmen beschrieben und durchgeführt werden, die das Gebiet in einem sehr guten ökologischen Zustand erhält.
Darüber hinaus wird es erforderlich, die in den letzten 15 Jahren erfolgten Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen auszuwerten und sinnvolle Anpassungen durchzuführen.
Februar 2012
Bezirk hat Sonderseiten eingerichtetVielleicht hat es noch nicht jeder entdeckt? Zu folgenden Themen hat die Lichtenberger Abteilung Stadtentwicklung Sonderseiten eingerichtet: Bebauungsplan "Gartenstadt Karlshorst" 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenzam 27. April 2012 im Rathaus Lichtenberg war ein erster Schritt und ein großer Erfolg. Die anwesenden Marzahner und Kreuzberger wünschten sich ebensolche Veranstaltungen in ihrem Bezirk. Resonanzen von den Teilnehmer/-innen waren: Weitere Infos und Fotos finden Sie bis zum 10. Mai unter www.umwelt.sozdia.de. Gummibaumzu verschenken! ca. 1,5 m groß an Selbstabholer: Pfarrstraße, Tel.: 44 05 26 04 Berlin summt in Lichtenberg!Neuer Berlin summt - Standort wird am 12. Mai 2012 im Bezirk eingeweiht. Der Interkulturelle Garten Lichtenberg wird damit der zwölfte und letzte Referenzstandort des erfolgreichen Kümmerers für Wild- und Honigbienen in unserer Stadt. Die Initiative Berlin summt ist bekannt geworden, weil sie Imker und Hausbesitzer zusammenbringt, um Bienenstöcke insbesondere auf den Dächern prominenter Orte und touristischer Sehenswürdigkeiten Berlins, aufzustellen. Sie macht damit seit 2011 erfolgreich auf die Situation der Bienen in der Großstadt Berlin aufmerksam. In Lichtenberg ist übrigens das Deutsch-Russische Museum Karlshorst ebenfalls Referenzstandort von Berlin summt. Infos: www.interkulturellergarten.de, www.berlin-summt.de Gemüsegärten zum Mietenmeine Ernte GbR bietet wieder Gemüsegärten für eine Saison zum Mieten in Wartenberg an. |