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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.
Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.
von Irma Stopka / Druckversion
Ganz alleine auf Bäume klettern, unbeaufsichtigt im Matsch spielen, Staudämme bauen, Käfer um die Wette laufen lassen - Kinder brauchen Naturerfahrungen und zwar ganz eigenständige. Sie brauchen sie für ihre Persönlichkeits- und Sozialentwicklung ebenso wie für die Herausbildung eines eigenen Umweltbewusstseins. Ungestaltete bzw. wenig gestaltete Räume, wie z.B. wilde Brachflächen, werden in unseren Städten aber immer seltener. Wie sollen dann unsere Kinder ihre Umwelt lieben und achten lernen?
Um diesem Missstand zu begegnen, wurde bereits in den 1990er Jahren das Konzept der "Naturerfahrungsräume" (NERäume) entwickelt. Das Konzept bietet eine große Chance, Lebensqualität und Stadtnaturschutz zu verbinden. Es wurde mittlerweile in einigen ländlichen Gemeinden und Städten erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Auch in Berlin gibt es bereits Naturerfahrungsräume im neuen Park auf dem Gleisdreieck und im Landschaftspark Johannisthal.
Neue Chancen
Die Idee der Naturerfahrungsräume bietet eine große Chance, ein Mehr an Lebensqualität für Kinder und Stadtnaturschutz miteinander zu verbinden. Mit dem Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben "Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin", das von der Stiftung Naturschutz Berlin zurzeit durchgeführt wird, soll nun die systematische Einrichtung, Beobachtung und Auswertung von Naturerfahrungsräumen im großstädtischen Kontext in Angriff genommen und so zu einer Verbreitung der Konzeptidee beigetragen werden. Um Naturerfahrung innerstädtisch wieder möglich zu machen, reicht es bei weitem nicht mehr aus, "naturbelassene" oder "renaturierte" Flächen für Kinder zur Verfügung zu stellen. Es scheint so, als müsse der Umgang mit Natur, die Freude über Natur bzw. die Neugierde auf Natur heute häufig wieder ganz neu erlernt oder entdeckt werden. So ist z.B. aus dem Bericht des Bundesministeriums für Naturschutz zu Naturbewusstsein in Deutschland 2009 (BfN 2010) abzulesen, dass die Naturferne der Bevölkerung in Abhängigkeit zur Gesellschaftsschicht bzw. zum Milieu zu sehen ist. Desinteresse an der Natur ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Um das zu ändern, um wieder Neugierde und Freude an der Natur entwickeln zu können, muss ein bewusstseinsverändernder Prozess in der Gesellschaft in Gang gesetzt werden. Da bewusstseinsverändernde Prozesse sehr langwierig sind, bedarf es unter anderem auch umfangreicher Öffentlichkeitsarbeit, wie sie auch über dieses Pilotprojekt angeschoben werden soll.
Wie wird ein "Naturerfahrungsraum" definiert und für wen ist er gedacht?
Um grob zu definieren, was ein Naturerfahrungsraum überhaupt ist, hier zunächst eine ganz nüchterne, formale Erklärung:
"Naturerfahrungsräume sind naturbestimmte Flächen weitestgehend ohne Infrastruktur, die insbesondere Kindern und Jugendlichen ein selbstbestimmtes Naturerleben ermöglichen sollen. Die Möglichkeiten zum Naturerleben können alle Formen des Spiels, der körperlichen Bewegung und der Ruhe einschließen".
Naturerfahrungsräume zielen auf das freie, unbeaufsichtigte Spiel der Kinder hin. Mit Ausnahme von Spielaktionen zum Kennenlernen und zum Abbau von Schwellenängsten bei der Begegnung mit "wilder Natur" soll möglichst keine bzw. möglichst wenig pädagogische Betreuung stattfinden.
Naturerfahrungsräume müssen kindgerecht und damit
für das alltägliche Spiel geeignet sein,
von den Kindern in Teilbereichen gestaltbar sein, um ein kreatives Ausprobieren zu ermöglichen und die Folgen des eigenen Handelns sichtbar zu machen,
Rückzugsräume bieten,
möglichst vielfältig strukturiert und attraktiv sein.
Wo dies nicht gegeben ist, kann durch eine Initialgestaltung nachgeholfen werden. Geeignet sind naturnahe Bepflanzungen, die Anlage von Hügeln und Senken oder Wasserflächen. Auch offener Boden bietet gute Voraussetzungen für kreatives Spielen.
Die Planung und Gestaltung der Flächen sollte grundsätzlich in Zusammenarbeit mit den Kindern erfolgen. Behutsame Pflegeeingriffe sollten nur zur Offenhaltung der genutzten Flächen in Absprache mit den Nutzern stattfinden. Andere Flächenanteile sollten sich ohne Pflegeeingriffe entwickeln können.
Naturerfahrungsräume sind vorrangig für Kinder im Alter von 6-12 Jahren gedacht, kleinere Kinder, ältere Jugendliche und Erwachsene sollen aber nicht ausgeschlossen werden. Mit Ausnahme von wiederkehrenden Spielaktionen zum Kennenlernen und zum Abbau von Schwellenängsten soll möglichst keine pädagogische Betreuung stattfinden. Es ist wichtig, dass die Kinder hier die Möglichkeit bekommen, auch mal "unter sich" zu bleiben und so ihre ganz eigenständigen Erfahrungen machen zu können. Eine Pflege und Kontrolle der Fläche zur Gewährleistung der Sicherheit muss allerdings gegeben sein.
Das Berliner Pilotprojekt
Seit dem 1. Januar 2011 wird von der Stiftung Naturschutz Berlin ein Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben (Voruntersuchung) zum Thema "Naturerfahrungsräume in Großstädten am Beispiel Berlin" durchgeführt. Das Vorhaben wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Naturschutz, Umwelt und Reaktorsicherheit gefördert. Die Projektdurchführung erfolgt in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin und dem Landesbeauftragten für Naturschutz und Landschaftspflege. Projektziel ist es, das Interesse am Aufbau von Naturerfahrungsräumen in Berlin und anderen Großstädten zu fördern. Ganz konkret sollen in der Voruntersuchung drei bis fünf geeignete Flächen gefunden werden, die im Rahmen eines Folge-Förderprojektes (E+E-Hauptvorhaben) realisiert werden. Eine wissenschaftliche Begleitung während der ersten Jahre reflektiert die gewonnenen Erkenntnisse und sichert deren bundesweite Übertragbarkeit.
In der zurzeit laufenden Voruntersuchung wird versucht, die wesentlichen Rahmenbedingungen zu klären, die erforderlich sind, um auf öffentlichen Flächen, verteilt über die gesamte Stadt ca. drei bis fünf Pilotflächen für Naturerfahrungsräume einzurichten. Da es wichtig ist, die Aufgaben und Verantwortungen für Naturerfahrungsräume auf möglichst viele Schultern zu verteilen, werden parallel zur Flächensuche auch potenzielle Akteure gesucht, die die Verantwortung für den Betrieb von Naturerfahrungsräumen übernehmen.
Naturerfahrungsraum in Lichtenberg
Im Rahmen der Voruntersuchung wurden inzwischen geeignete Flächen für Naturerfahrungsräume ausgewählt. Im Bezirk Lichtenberg soll an der Dathepromenade / dem Osterwäldchen eine Pilotfläche eingerichtet werden. Im Umfeld der Fläche wohnen viele Kinder, es gibt Schulen und Kindergärten und einen Jugendclub, die diese Flächen nutzen können. Zur Zeit werden für die Flächen Einrichtungen, wie zum Beispiel Jugendhilfeträger, Schulen, Jugendclubs etc., gesucht, die sich neben den für die Grünflächen zuständigen Ämtern, um die Betreuung der Flächen kümmern können. Nur im Zusammenspiel zwischen Flächenverwaltern und verantwortungsbewussten Betreibern solcher Flächen hat das Konzept Aussicht auf eine langfristige und erfolgreiche Weiterführung.
Wenn Sie sich als Verein oder Institution dafür interessieren, in einem Naturerfahrungsraum (in Lichtenberg oder auch in anderen Bezirken) aktiv zu werden, besteht die Möglichkeit Ihr Engagement im Rahmen des Projektes zu fördern.
Weitere Informationen:
Stiftung Naturschutz Berlin, Potsdamer Straße 68, 10785 Berlin
Ansprechpartnerin: Irma Stopka, Tel. (030) 26 394-193, NER(at)stiftung-naturschutz.de
Januar 2012
Bezirk hat Sonderseiten eingerichtetVielleicht hat es noch nicht jeder entdeckt? Zu folgenden Themen hat die Lichtenberger Abteilung Stadtentwicklung Sonderseiten eingerichtet: Bebauungsplan "Gartenstadt Karlshorst" 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenzam 27. April 2012 im Rathaus Lichtenberg war ein erster Schritt und ein großer Erfolg. Die anwesenden Marzahner und Kreuzberger wünschten sich ebensolche Veranstaltungen in ihrem Bezirk. Resonanzen von den Teilnehmer/-innen waren: Weitere Infos und Fotos finden Sie bis zum 10. Mai unter www.umwelt.sozdia.de. Gummibaumzu verschenken! ca. 1,5 m groß an Selbstabholer: Pfarrstraße, Tel.: 44 05 26 04 Berlin summt in Lichtenberg!Neuer Berlin summt - Standort wird am 12. Mai 2012 im Bezirk eingeweiht. Der Interkulturelle Garten Lichtenberg wird damit der zwölfte und letzte Referenzstandort des erfolgreichen Kümmerers für Wild- und Honigbienen in unserer Stadt. Die Initiative Berlin summt ist bekannt geworden, weil sie Imker und Hausbesitzer zusammenbringt, um Bienenstöcke insbesondere auf den Dächern prominenter Orte und touristischer Sehenswürdigkeiten Berlins, aufzustellen. Sie macht damit seit 2011 erfolgreich auf die Situation der Bienen in der Großstadt Berlin aufmerksam. In Lichtenberg ist übrigens das Deutsch-Russische Museum Karlshorst ebenfalls Referenzstandort von Berlin summt. Infos: www.interkulturellergarten.de, www.berlin-summt.de Gemüsegärten zum Mietenmeine Ernte GbR bietet wieder Gemüsegärten für eine Saison zum Mieten in Wartenberg an. |