Ausgabe Mai 2012
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Deutscher Naturschutzpreis 2012

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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.

Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.

Knöterich-Die Staude des Jahres 2012

Foto: Rainer Sturm, pixelio.de
Foto: Reiner Sturm, pixelio.de
Foto: Joujou, pixelio.de
Foto: Brit Berlin, pixelio.de

von Kathleen Pohl   /   Druckversion

"Wenn Blütenschaum über Beete tanzt und lebhaft gezeichnete Blätter den Blick anziehen, dann stecken oft Knöteriche dahinter. Als wahre Gartenschätze türmen sie duftige Wolken auf, lassen zarte Rispen schweben oder recken Ähren wie Ausrufezeichen. Mal halten sie sich vornehm zurück, spielen Begleiter für üppige Sommerblüher, dann wieder spielen sie sich in den Vordergrund mit spektakulär farbigem Laub. Knöterich, ein Pflanzenschatz? So mancher Gartenbesitzer schüttelt da verblüfft den Kopf und denkt an den alles verdrängenden Japanischen Flügelknöterich (Fallopia japonica, früher Reynoutria japonica oder Polygonum sieboldii) oder an den kaum zu bändigenden Schlingknöterich (Fallopia baldschuanica, früher Polygonum aubertii). Sie haben die Gattungen nachhaltig in Verruf gebracht. Die sittsamen und verträglichen Knöteriche wurden darüber lange übersehen." (vgl. www.stauden.de)

Man sieht die Knöteriche in letzter Zeit öfter in den städtischen Grünanlagen. Dort setzen sie Akzente oder bereichern die blühende Vielfalt. Besonders die aufrechten himbeerroten Knöteriche (Bistorta amplexicaule) fallen auf. Sie werden einen halben bis einen ganzen Meter hoch. Daneben gibt es "Blattschmuckknöteriche", wie Persicaria filliformis (80cm hoch) und "Persicaria microcephala" (ca. ein Meter hoch). Duftige Büschel - und deshalb auch gut für die Vase geeignet - bringt die 1,50 m hohe Aconogonon wallachii (Syn. Persicaria polystachyum) hervor. Kleiner bleibende Arten bilden ganze Teppiche aus. (vgl. Willery, D., (2007): Stauden von A-Z, Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart, S.118-121.)

Knöteriche sind robuste Pflanzen, die sich nach halbschattigen, schattigen und sonnigen Standorten unterscheiden. Fast allen gemein ist, dass sie einen "frischen" Standort benötigen. Brandenburger Böden sollten daher mit Kompost oder Mulch verbessert werden, was deren Wasserhaltefähigkeit erhöht. Mit den hiesigen Temperaturen kommen sie gut zurecht, da die meisten der in Südostasien beheimateten Knöteriche, ähnliche Klimate gewöhnt sind. Das schließt die Winterhärte meist ein.

Auffallend ist ihre lange Blütezeit. Auf Wiesen trifft man den Heimischen Wiesenknöterich (Bistorta officinalis). Er wird 45 cm hoch und bildet kompakte blasslila- rosa Ähren an typischen kahlen Stängeln in einer Länge von 3 bis 4 cm. Der Knöterich wird unter anderem als Heilpflanze genutzt. Kocht man den klein geschnittenen Wurzelstock ab, kann er aufgrund seiner reichlichen Gerbstoffe gegen Durchfallerkrankungen eingesetzt werden. Junge Blätter und Triebspitzen sind als mildes und wohlschmeckendes Frühlingsgemüse genießbar. Am Besten ist dafür eine Ernte vor der Blüte im Mai, denn dann ist der Vitamin- und Mineralstoffgehalt am höchsten, der Oxalgehalt hingegen gering.

Quellen: Meyers Lexikonredaktion (1992): Meyers großes Taschenlexikon,, Mannheim u.a.: BI-Taschenbuchverlag.
Willery, Didier, (2007): Stauden von A-Z, Stuttgart: Eugen Ulmer Verlag.
www.stauden.de

Februar 2012