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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.
Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.
Interview mit Wilfried Nünthel (CDU), Lichtenberger Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung
von Anne Haertel / Druckversion
Anne Haertel: Sie sind mit der neuen Legislaturperiode Stadtrat für Stadtentwicklung in Lichtenberg geworden. Herzlichen Glückwunsch! Ihnen sind weder der Bezirk noch der Bereich Stadtentwicklung fremd.
Wilfried Nünthel: Richtig. Ursprünglich bringe ich einen landwirtschaftlichen Hintergrund mit, denn meine Eltern waren Bauern in Thüringen und ich selbst besitze ein Stück Wald. Von 1993 bis 2000 habe ich als Stadtrat für Stadtentwicklung im Bezirk Marzahn gearbeitet und damals die Aktivitäten der Lokalen Agenda 21 befördert. Ich erinnere mich insbesondere an die Prozesse rund um die Renaturierung der Wuhle, in die damals zahlreiche Ehrenamtliche einbezogen waren. Die beteiligten Menschen haben eine bemerkenswerte Initiative ergriffen. Damals habe ich erlebt, wie wichtig die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger von Beginn an ist.
Von 2000 bis 2004 lernte ich dann den Bezirk Lichtenberg aus der Position des Stadtrates für Soziales kennen. Danach folgten vier Jahre Geschäftsführung im Job-Center Treptow-Köpenick. Hier ließ sich dann Soziales wieder mit Natur und Umwelt verbinden, in dem ich unter anderem Arbeitsmarktmaßnahmen in den Berliner Forsten voran brachte. Es ist wichtig, dass Menschen ohne Anstellung eine sinnvolle Beschäftigung finden, an die frische Luft kommen und am Abend sehen, was sie geschafft haben.
Ich kenne also beides: den Bezirk und die Stadtentwicklung aus ihrer stadtplanerisch-baulichen-umwelt und ihrer sozialen Perspektive.
Anne Haertel: Was reizt Sie am Bezirk Lichtenberg?
Wilfried Nünthel: Eindeutig die Vielfalt!: Von der Großsiedlung bis zum Dorf, von historischen Orten bis zur neu entstehenden Gartenstadt, von intensiver Gestaltung bis hin zu brachliegenden Flächen gibt es eine beachtliche Vielfalt auf kleinem Raum. Verschiedenste Stadt- und Landelemente müssen miteinander verbunden werden und Übergänge geschaffen werden. So gibt es zum Beispiel Straßentangenten, wie die Landsberger Allee, oder der Bahnhof Lichtenberg, die Räume teilen. Daraus entstehen Fragen und Aufgaben: Wie lassen sich Verbindungen herstellen und wie ein Zusammenhang, ein Zusammenhalt entwickeln? Und als Stadtrat für Stadtentwicklung reizt mich natürlich auch der Gestaltungsspielraum, wo noch gestaltet werden kann.
Anne Haertel: Welche Vision haben Sie, wohin sich der Bezirk in den nächsten Jahren entwickeln soll?
Wilfried Nünthel: Oh, dafür ist es noch ein bisschen früh. Im Moment bin ich dabei, mir einen Überblick zu verschaffen.
Anne Haertel: Ihr erster Arbeitstag begann mit der Aufregung der Bewohner/-innen um die Absperrungen und Baumfällungen am Orankesee. Wie stehen Sie dazu?
Wilfried Nünthel: Nun, zuerst einmal habe ich hier ein Erbe meiner Vorgänger übernommen, so dass ich nun nur versuchen kann, aus der Situation das Beste zu machen.
Mir ist es wichtig, die Bewohnerschaft zu erreichen. Das ist allerdings nicht immer einfach. Die Entfernung zwischen Politik und Bevölkerung ist größer geworden. Das schafft Herausforderungen für eine gelingende Information und Kommunikation. Eine wichtige Rolle messe ich hier auch der vorhandenen Trägerlandschaft und einer sinnvollen Stadtteilarbeit zu. Wir werden für die Zukunft im Bezirk ein Konzept entwickeln, wie die Bewohner mehr beteiligt und besser informiert werden können. Konkreteres kann ich dazu leider noch nicht sagen.
Ein anderes aktuelles Beispiel ist da zum Beispiel der Freiaplatz, der in den nächsten Monaten umgestaltet werden soll. Zu der öffentlichen Präsentation und Diskussion kamen nur sehr wenige Menschen, so dass wir noch kein klares Bild aus der Bevölkerung haben, was dort wohl sinnvoll ist. Im Januar findet eine zweite Veranstaltung statt. Ich frage mich also, wie es wohl gelingt, die Bewohner zu erreichen? Persönliche Ansprache ist wichtig. In jeden Briefkasten muss da ein Zettel. Und man muss die anliegenden Vereine und Schule einbeziehen.
Anne Haertel: Welche Erfahrungen haben Sie mit der Beteiligung von Bewohnern gemacht?
Wilfried Nünthel: Unterschiedliche, aber ich finde Beteiligung sehr wichtig und ich habe sehr wertvolle Erfahrungen damals mit der Renaturierung der Wuhle gemacht. Beteiligung heißt allerdings nicht Bestimmung. Manche Dinge sind aufgrund des gesetzlichen Rahmens nicht möglich, manche Ideen sind noch nicht der Weisheit letzter Schluss.
Anne Haertel: Was wird das Nächste sein, was Sie in Angriff nehmen wollen?
Wilfried Nünthel: Auch hier bin ich gerade dabei, mir einen Überblick zu verschaffen. Dazu möchte ich noch nichts sagen. Vielleicht sehe ich im Moment einen besonderen Bedarf, der mir nach kurzer Zeit als nicht mehr so prioritär erscheint. Dafür gewinnt dann anderes an Gewicht. Lassen Sie mir da noch ein bisschen Zeit.
Im allgemeinen gibt es aber natürlich mehrere ?Nächste?: Im Moment fällt mir dazu das Sanierungsgebiet Frankfurter Allee Nord ein, das uns über mehrere Jahre hinweg begleiten wird. Dann sind da noch die Entwicklung des letzten Bauabschnitts in der Rummelsburger Bucht, die Kraftwerksdebatte, die Sanierung des Obersees - ohne Baumfällungen - und der Landschaftspark Herzberge.
Anne Haertel: Herzlichen Dank für das Gespräch!
15. Dezember 2011
Bezirk hat Sonderseiten eingerichtetVielleicht hat es noch nicht jeder entdeckt? Zu folgenden Themen hat die Lichtenberger Abteilung Stadtentwicklung Sonderseiten eingerichtet: Bebauungsplan "Gartenstadt Karlshorst" 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenzam 27. April 2012 im Rathaus Lichtenberg war ein erster Schritt und ein großer Erfolg. Die anwesenden Marzahner und Kreuzberger wünschten sich ebensolche Veranstaltungen in ihrem Bezirk. Resonanzen von den Teilnehmer/-innen waren: Weitere Infos und Fotos finden Sie bis zum 10. Mai unter www.umwelt.sozdia.de. Gummibaumzu verschenken! ca. 1,5 m groß an Selbstabholer: Pfarrstraße, Tel.: 44 05 26 04 Berlin summt in Lichtenberg!Neuer Berlin summt - Standort wird am 12. Mai 2012 im Bezirk eingeweiht. Der Interkulturelle Garten Lichtenberg wird damit der zwölfte und letzte Referenzstandort des erfolgreichen Kümmerers für Wild- und Honigbienen in unserer Stadt. Die Initiative Berlin summt ist bekannt geworden, weil sie Imker und Hausbesitzer zusammenbringt, um Bienenstöcke insbesondere auf den Dächern prominenter Orte und touristischer Sehenswürdigkeiten Berlins, aufzustellen. Sie macht damit seit 2011 erfolgreich auf die Situation der Bienen in der Großstadt Berlin aufmerksam. In Lichtenberg ist übrigens das Deutsch-Russische Museum Karlshorst ebenfalls Referenzstandort von Berlin summt. Infos: www.interkulturellergarten.de, www.berlin-summt.de Gemüsegärten zum Mietenmeine Ernte GbR bietet wieder Gemüsegärten für eine Saison zum Mieten in Wartenberg an. |