Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Deutscher Naturschutzpreis 2012

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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.

Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.

Internationale Wildtierforschung aus Berlin-Lichtenberg

IZW, Foto: Sven Kühlmann
Foto: Kathleen Roellig, IZW
Foto: Toshiba, Guido Fritsch, Thomas Hildebrandt, Steven Seet
Logo des IZW

von Sven Kühlmann   /   Druckversion

Wenn man in die Alfred-Kowalke-Straße am Tierpark einbiegt, entdeckt man gleich am Anfang ein interessantes Gebäude mit der Aufschrift "Forschung für den Artenschutz" an der Fassade. Doch hat sich irgendjemand von Ih­nen schon einmal die Frage gestellt, was sich dahinter verbirgt?

Dieses Gebäude beherbergt das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW), das einst von Prof. Dr. Dr. h.c. Heinrich Dathe, dem Gründer des Berliner Tierparks, als "Forschungsstelle für Wirbeltierforschung" ins Le­ben gerufen wurde. Als international anerkannte Forschungseinrichtung betreibt das IZW eine anwendungsorien­tierte und interdisziplinäre Grundlagenforschung in den Bereichen Evolutionsökologie und -genetik, Wildtierkrank­heiten, sowie Reproduktionsbiologie und -management bei Zoo- und Wildtieren.

Die Aufgabe des IZW ist die Er­forschung der Vielfalt der Lebensweisen, der Mechanismen evolutionärer Anpassungen und der Anpassungs­grenzen inklusive Krankheiten von Zoo- und Wildtieren in und außerhalb menschlicher Obhut sowie ihrer Wech­selbeziehungen zu Mensch und Umwelt. Die gewonnenen Erkenntnisse sind Voraussetzung für einen wissen­schaftlich begründeten Artenschutz und für Konzepte der ökologischen Nachhaltigkeit zur Nutzung natürlicher Ressourcen. Kurz gesagt: Forschung für die bedrohte Tierwelt unseres Planeten.

Am IZW forschen ca. 150 Mitarbeiter, die aus den unterschiedlichsten Ländern kommen und den Einsatz mo­dernster Methoden und Techniken beherrschen.

Die Wissenschaftler des IZW untersuchen u.a. die Auswirkungen unserer Zivilisation auf die Entwicklung von Le­bensräumen der Wildtiere (Landnutzungskonflikte).

Beispielsweise wird in Forschungsprojekten in Tansania, im weltbekannten Serengeti-Nationalpark oder in Nami­bia gearbeitet. Die Wissenschaftler des IZW sind innerhalb eines internationalen Teams federführend an der Ret­tung der letzten Sumatra- Nashörner in Südostasien beteiligt. Finanziert wird dieses Projekt durch das Bundesmi­nisterium für Bildung und Forschung (BMBF). Die IZW´ler überwachen auch schon mal Transporte von Braunbä­ren aus Osteuropa, die aus schlimmen Verhältnissen gerettet wurden. Aber auch hierzulande sind die Forscher des IZW aktiv. So unterhält das IZW eine Feldforschungsstation, auf der Rehe und Feldhasen beobachtet und er­forscht werden.

Unter anderem arbeitet im IZW die Forschungsgruppe "Reproduktionsmanagement", die national wie international angefragt wird, wenn es zum Beispiel um die Besamung von Nashörnern in Zoos geht. So durfte man am 10.12.2011 die Geburt eines weiblichen Spitzmaulnashornes im Zoo Leipzig mitverfolgen, an dessen Entstehung die Mitarbeiter der Forschungsgruppe nicht ganz unbeteiligt waren. Die Geburt dieses kleinen Nashornmädchens war erst die vierte, die in den vergangenen 12 Monaten in Zoos weltweit verzeichnet wurde, also durchaus ein Grund zum Feiern. Viele von Ihnen haben dem einen oder anderen der Institutstierärzte sicher schon im Fernse­hen über die Schulter geschaut.

Ein weiteres Highlight ist Europas modernster Toshiba-Forschungscomputertomograph (F-CT) für die Wildtierme­dizin. Der F-CT ermöglicht fantastische Einblicke in das Innenleben von Wild- und Haustieren. Mit dem BMBF fi­nanzierten Gerät werden wertvolle, Millionen Jahre alte Fossilien, wie zum Beispiel der Archaeopterix, aus dem Naturkundemuseum durchleuchtet. Das Forschungsgerät gibt den Forschern Einblicke, ohne die Tiere zu be­schädigen. So konnte der Ursache für das tragische Ende von Eisbär Knut mit Hilfe dieses Apparates auf den Grund gegangen werden.

Sie sehen, Lichtenberg ist ein Ort, wo hochkarätige Forschung mit weltweiter Anerkennung stattfindet. Regelmä­ßig finden am IZW auch Besuchstage für die Öffentlichkeit statt, an denen sich jeder selbst ein Bild davon ma­chen kann, wie dort geforscht wird. Auf diesen Veranstaltungen gibt es auch immer Mitmachaktionen für Kinder, die riesigen Zuspruch finden. Termine zu diesen Veranstaltungen geben wir Ihnen gern bekannt.

Das sollte vorerst einmal genügen, um Ihnen das IZW kurz vorzustellen. Wir werden Ihnen in weiteren Ausgaben einige der spannenden Themenbereiche, an denen hier geforscht wird und die einzelnen Forschungsgruppen de­taillierter vorstellen. Bleiben sie gespannt!

Februar 2012