Ausgabe Mai 2012
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Deutscher Naturschutzpreis 2012

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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.

Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.

Frisches Obst und Gemüse aus Herzberge

Fotos: Tanja Niclas

von Tanja Niclas  /   Druckversion

Schon von einem Garten gehört, in dem das Obst und Gemüse gemeinschaftlich von allen angebaut, gepflegt und ge­erntet wird? Einen solchen gemeinnützigen Obst- und Gemüsegarten gibt es gleich neben dem Krankenhaus im Land­schaftspark Herzberge. Dort beackern etwa 20 Leute zusammen einen Nutzgarten. Sie bauen Obst und Gemüse auf Gemeinschaftsbeeten an. Alle Mitgärtner tun das, was gerade im Garten anfällt, damit alles gedeiht und wächst. Jeder erntet nach eigenem Ermessen soviel, wie er denkt dem Garten an persönlicher Energie und Engagement geschenkt zu haben. Der Fairnessgedanke und das Gemeingüterprinzip sind Grundanliegen des Gartenprojektes.

Die Aktivitäten der Gärtner sowie ihre Ernte werden am weißen Board in der Gartenlaube von allen und für alle sichtbar dokumentiert - Monat für Monat. So kann sich jeder selbst ein Bild davon machen, ob sein Engagement für den Garten im fairen Verhältnis zu seiner Ernte steht.

Die Stadtgärtner/-innen kommen aus Karlshorst, Lichtenberg, Friedrichshain, Neukölln und anderen Vierteln angereist, um frisches Gemüse und Obst anzubauen und im Garten ein paar Stunden der Großstadt den Rücken zu zukehren und um andere Stadtgärtner zu treffen.

Mit der Gartenpforte betritt man eine grünes Refugium, gesäumt von Bäumen und Sträuchern. Eine alte Gartenlaube und die liebevoll bepflanzten Beete schaffen eine entspannte, entschleunigende und zum Verweilen einladende Atmo­sphäre. Inmitten der Gemüsebeete schlängelt sich eine Kräuterspirale, auf der sich Hummeln an den Thymianblüten la­ben. Die Apfelbäume hängen voller Früchte.

Doch dass es das wurde, was es jetzt ist, dafür haben Katharina und Justin - die beiden Initiatoren vom "Stadtgarten" - auch ordentlich geackert. Im Frühjahr haben sie erste Beete auf der Wiese des 400 Quadratmeter großen Geländes mit der Hand umgegraben. So wurde mit viel Energie und Enthusiasmus Gemüse ausgesät, erste Setzlinge gezogen und Gartengeräte angeschafft. Der Bezirk und die Agrarbörse Ost e.V. haben das Projekt von Anfang an unterstützt.

Das Gelände war auch in früherer Zeit schon einmal ein Garten. Eine alte kleine Gartenlaube, ein Grillplatz und die Ap­felbäume erinnern noch daran.

Ziel des Projektes ist es, dass sich der Garten und seine Mitglieder vollständig selbst organisieren. Hilfreich ist dabei vor allem das Internet. Unter www.stadtgarten.org können bereits jetzt alle Stadtgärtner des Projektes mitbloggen und Gieß­termine, Arbeitsaufgaben und ähnliches organisieren. Katharina stellt jeden Abend Neuigkeiten auf die Website. Auch im Garten gibt es ein Board, an dem alle aktuellen Infos zum Garten zu finden sind.

Die Stadtgärtner freuen sich in dieser Gartensaison noch über "Lichtenberger Mitgärtner" von jung bis alt. Was den Gar­ten sehr bereichern würde, wäre das Gartenwissen älterer Menschen.

Wer Freude am Gärtnern hat oder es einfach einmal ausprobieren möchte sowie an dem Gemeinschaftsgedanken Ge­fallen findet, kann gern vorbei kommen. Übrigens: Gleich neben der Gartentür liegt die Tramhaltestelle und somit ist der Garten bestens erreichbar. Aktuelle Öffnungszeiten und Infos zum Projekt sind auf der Homepage www.stadtgarten.org zu finden.

August 2011