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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.
Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.
Windenergie weltweit, in Deutschland, Berlin und in Lichtenberg
von Kathleen Pohl / Druckversion
Eine Windmühle mahlt Getreide... - Das war der Anfang der Nutzung von Windenergie.
Die Windenergie ist eine der ältesten, vom Menschen genutzte, Energieform. (vgl. Wikipedia: Geschichte der Windenergieerzeugung). Windenergie ist eine der vielen erneuerbaren Energien. Sie gilt als eine Ressource, die unendlich zur Verfügung steht. Sie produziert keine Schadstoffe, wie fossile Energieträger, ist nicht gefährlich wie Kernenergie und ihre energische Amortisationszeit beträgt nur wenige Monate, denn in nur wenigen Monaten des Betriebes einer Anlage, wird die Energieaufwendung, die bei der Produktion der Anlage anfällt, bereits übertroffen. Klimaschädliches Kohlendioxid fällt nur indirekt an. Windenergieanlagen können in allen Klimazonen der Erde, auf See und in allen Landformen (Küste, Binnenland, Gebirge) zur Stromerzeugung eingesetzt werden.
Eine Studie der renommierten Harvard-Universität von 2009 sagt aus, dass die global erzielbare Windenergie bei weitem ausreicht, um den gesamten Weltenergiebedarf zu decken. 17 - 38 TW (Billionen Watt) mechanische Energie können dem Wind entnommen werden. Dies entspricht laut einer Studie des Max-Planck-Institutes für Biogeochemie dem 85-fachen der derzeit installierten Kapazität von Windparks, ohne dass es zu einer signifikanten Klimabeeinflussung kommt. Das entspricht gleichzeitig dem Weltenergiebedarf.
Probleme
Ein Problem ist die schwankende Einspeisung, der man mit der Speicherung der Windenergie oder deren Nutzung im Verbund mit anderen (erneuerbaren) Energien begegnen kann. Der Tages- und Jahresgang der Windenergie kommt dem Bedarf entgegen. Der Wind weht am Tag auf Grund der Sonneneinstrahlung mehr als in der Nacht. Im Winter haben wir eine höhere Windeinspeisung als im Sommer.
Windkraft international
International gesehen sind die größten Windenergieerzeuger die VR China, USA, Deutschland und Spanien. Staaten mit dem größten Anteil Windenergie am nationalen Verbrauch sind Dänemark (24%), Portugal (14,8%), Spanien (14,4%), Irland (10,1%) und Deutschland mit 9,4%.
In Deutschland, Dänemark und Spanien gab es über Jahre hinweg eine durch den politischen Willen getragene gleichmäßige Entwicklung der Windenergie, was zu einem neuen Industriezweig in diesen Ländern geführt hat. Deutsche Technologien werden neben dänischen und spanischen Entwicklungen verstärkt in anderen Ländern eingesetzt. Der Exportanteil deutscher Hersteller steigt daher in den letzten Jahren.
Windkraft in Deutschland und Berlin
In Deutschland existieren Mitte des Jahres 2011insgesamt 21.917 Windanlagen mit einer Leistung von 27.981 MW. Davon stehen in Brandenburg rund 3.000 Windkraftanlagen (WKA). Das Bundesland Schleswig-Holstein plant ab 2020, den gesamten Stromverbrauch aus Windenergie zu decken. In Berlin gibt es seit Mitte 2008 ein einziges Windkraftwerk. Im Vergleich dazu haben andere Stadtstaaten, wie Bremen oder Hamburg, 67 bzw. 61 Windkraftanlagen. (vgl. Wikipedia: Windenergie)
Eine aktuelle Studie des Fraunhofer Instituts bestätigt die Annahmen des Bundesverbandes WindEnergie e.V., dass 2% des Bundesgebietes für Windenergieanlagen genutzt werden könnten. Mit der daraus resultierenden Leistung könnten 65% des heutigen Energiebedarfs in der Bundesrepublik Deutschland gedeckt werden. Die Studie, die mit Hilfe von Geographischen Informationssystemen (GIS) erstellt wurde, hält sogar 8% der Landesfläche als restriktionsfreie Fläche (= landwirtschaftlich genutzte Fläche) für möglich. Es wird aber eingeräumt, dass dies nur ein theoretischer Wert ist, weil Besitzfragen, Einzelgebäude, das Vorkommen seltener Tiere und andere Aspekte dem entgegenstehen können. Hier deutet sich ein Nutzungskonflikt mit der Landwirtschaft an. Es wird eingeräumt, dass in Stadtstaaten "der Anteil aller nutzbaren Flächen bei nur 1% liegt, der darüber hinaus meistens auch in Schutzgebieten liegt. Damit ist das Flächenpotential der Stadtstaaten zwar gering, aber doch vorhanden." (vgl. Fraunhofer Institut (März 2011): Studie zum Potential der Windernergienutzung an Land. Kurzfassung.)
Die einzige Windkraftanlage Berlins und was ist los in Lichtenberg?
Die einzige Windkraftanlage Berlins steht im Norden des Bezirks, mitten im Autobahndreieck Pankow in einem Gewerbegebiet. Sie speist seit dem 31.07.2008 Strom in das Berliner Stromnetz ein. Dafür musste 2005 der pauschale Ausschluss von Windkraftanlagen in Berlin vom Berliner Abgeordnetenhaus aufgehoben werden. Bei der von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in Auftrag gegebenen anschließenden Expertise, wurden unter Ausschlusskriterien zwei Gebiete, eins in Pankow und eins in der Wartenberger Feldmark als Vorranggebiete ausgewiesen. (vgl. Expertise zur räumlichen Steuerung von Windenergieanlagen in Berlin, 2006).
Für Lichtenberg wurde die Aufstellung einer Windkraftanlage nach detaillierter Prüfung durch die BVV abgewiesen (Bereichsentwicklungsplanung 2011); mit der Begründung, dass "eine Verunstaltung des Landschaftsbildes einträte und der Erholungswert des Landschaftsparks erheblich eingeschränkt würde?".
Das Pankower Windrad hat eine Jahresproduktion von ca. 4000 - 4500 MWh, das entspricht etwa dem Bedarf an Energie von ca. 1200 Vier-Personen-Haushalten. Nach Aussagen von Peter Weber, einem der beiden Betreiber, wurde der Anteil von regenerativen Energien in Berlin zum Bauzeitpunkt auf das Doppelte erhöht, da die Ausbeute aus Solaranlagen noch nicht so hoch ist. Das Windrad Typ E 82 (Enercon GmbH) hat eine Gesamthöhe von ca. 180 m (Höhe: 138 m, Rotordurchmesser: 82 m). Der Außendurchmesser des Fundaments beträgt 25,90 m und hat eine Dicke von 3,45 m. Der Bau hat insgesamt 3,4 Mio Euro gekostet. Die Betreibergesellschaft ist die Neue Energie Berlin GmbH & Co. KG / umweltplan projekt GmbH mit den Gesellschaftern Peter Weber und Frank Vach, die in Bernau ihren Sitz hat. (www.windenergie-berlin.de)
Mit Herrn Frank Vach führte ich ein Interview:
Fr. Pohl: Das Windrad ist ja nun einige Zeit am Netz, wie fällt Ihre Bilanz aus?
Hr. Vach: Die wirtschaftlichen Erwartungen sind erfüllt. Die Akzeptanz, das Interesse an Besichtigungen ist seit Beginn unseres Betriebes unverändert hoch. Wir haben regelmäßig die verschiedensten Besucher (Kita´s, Schulen, Hochschulen/ Unis, Behörden wie die Berliner Feuerwehr, BAM zwecks fachlicher Weiterbildung, internationale Wirtschaftsdelegationen und Politiker, auch in Zusammenarbeit mit dem Bundesumweltministerium und dem BWE e.V. (jedoch noch keinen Berliner Senator/ in).
Fr. Pohl: Konnte die versprochene Versorgungsleistung von 4.000-4.500 MWh, die Versorgung von ca. 1200 Vier-Personen-Haushalten im Jahr gehalten werden?
Hr. Vach: Ja. Durchschnittlich erreichen wir 5.000 Mwh pro Jahr. Das entspricht sehr guten 2.500 Vollastunden im Jahr.
Fr. Pohl: Haben Sie noch andere Projekte außer dem Pankower Windrad?
Hr. Vach: Ja, in Pankow an der Grenze zu Lichtenberg läuft derzeit der Genehmigungsantrag für eine ähnliche Anlage. Wir hoffen auf Genehmigung in den nächsten Wochen. Ansonsten sind wir (die umweltplan Projekt GmbH) im Bereich Wind viel in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Polen tätig. Wir betreuen derzeit eine Bachelorarbeit zum Thema "Windpotentiale in Berlin". Tatsächlich hat Berlin Potential für mindestens 100 MW und Mehr an installierter Windenergie innerhalb der nächsten 10 Jahre.
Fr. Pohl: Was sagen Sie dazu, dass Ihr Windrad bisher das einzige in Berlin geblieben ist? Die Lichtenberger BVV hat ja ein Windrad im zweiten Vorzugsgebiet, in Wartenberg, abgelehnt.
Hr. Vach: Passt zum Landesenergieprogramm Berlin. Man will in Berlin pauschal keine Windenergieanlagen und daher gibt es auch keine tatsächliche Bereitschaft, Standorte zuzulassen. Entsprechend gestalten sich die Genehmigungsverfahren. Ohne fachlich versierten Rechtsanwalt hat man in Berlin keine Chance, ein Genehmigungsverfahren zur Aufstellung einer Windenergieanlage erfolgreich zu Ende zu führen. Bis 2006 hat der Flächennutzungsplan Berlin in rechtswidriger Weise, die Windenergieanlagen-Nutzung pauschal ausgeschlossen. Die entsprechende Klausel wurde im Flächennutzungsplan gestrichen, aber die Einstellung ist an vielen Stellen unverändert geblieben.
Fr. Pohl: Danke für das Interview!
Quellen:
Dötsch, C./ Berthold, S./ Wolf, D.: Die Speicherung elektrischer Energie-Ausgleich fluktuierender Einspeisesysteme und dynamisches Energiemanagement durch den Einsatz von Stromspeichern.
Erhorn-Kluttig, H. u.a. (2011): Energetische Quartiersplanung. Methoden-Technologien-Praxisbeispiele. Fraunhofer IRB Verlag Stuttgart
Energy 2.0-Kompendium 2008 (2007): Das Referenzbuch. Technik für die Energie der Zukunft. Publish Industry München.
Oktober 2011
Bezirk hat Sonderseiten eingerichtetVielleicht hat es noch nicht jeder entdeckt? Zu folgenden Themen hat die Lichtenberger Abteilung Stadtentwicklung Sonderseiten eingerichtet: Bebauungsplan "Gartenstadt Karlshorst" 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenzam 27. April 2012 im Rathaus Lichtenberg war ein erster Schritt und ein großer Erfolg. Die anwesenden Marzahner und Kreuzberger wünschten sich ebensolche Veranstaltungen in ihrem Bezirk. Resonanzen von den Teilnehmer/-innen waren: Weitere Infos und Fotos finden Sie bis zum 10. Mai unter www.umwelt.sozdia.de. Gummibaumzu verschenken! ca. 1,5 m groß an Selbstabholer: Pfarrstraße, Tel.: 44 05 26 04 Berlin summt in Lichtenberg!Neuer Berlin summt - Standort wird am 12. Mai 2012 im Bezirk eingeweiht. Der Interkulturelle Garten Lichtenberg wird damit der zwölfte und letzte Referenzstandort des erfolgreichen Kümmerers für Wild- und Honigbienen in unserer Stadt. Die Initiative Berlin summt ist bekannt geworden, weil sie Imker und Hausbesitzer zusammenbringt, um Bienenstöcke insbesondere auf den Dächern prominenter Orte und touristischer Sehenswürdigkeiten Berlins, aufzustellen. Sie macht damit seit 2011 erfolgreich auf die Situation der Bienen in der Großstadt Berlin aufmerksam. In Lichtenberg ist übrigens das Deutsch-Russische Museum Karlshorst ebenfalls Referenzstandort von Berlin summt. Infos: www.interkulturellergarten.de, www.berlin-summt.de Gemüsegärten zum Mietenmeine Ernte GbR bietet wieder Gemüsegärten für eine Saison zum Mieten in Wartenberg an. |