Jetzt bewerben!
"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.
Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.


von Beate Kitzmann / Druckversion
Die Zauneidechse (Lacerta agilis) gehört neben Waldeidechse (Zootoca vivipara) und Blindschleiche (Anguis fragilis) zu den häufigsten Reptilienarten in Deutschland. In Norddeutschland erreicht sie ihre klimatisch bedingte Arealgrenze. In diesem Teil des Verbreitungsgebietes werden begünstigte Standorte mit ausreichender Bodenwärme als Lebensraum bevorzugt. Dämme von Straßen und Bahnanlagen besitzen aufgrund ihres günstigen Mikroklimas eine große Bedeutung als Lebensraum. Im urbanen Gebiet erreicht die Zauneidechse in geeigneten Habitaten hohe Populationsdichten. In Berlin kommt sie zum Beispiel auf Bahntrassen und Brachflächen aktuell noch bis ins Stadtzentrum vor (Kühnel 2005). Solche Vorkommen besiedeln häufig kleinräumige isolierte Habitate. Die Bindung der Art an anthropogen entstandene Habitate stellt eine besondere Gefährdung dar, da bei Ausbau bzw. Rekonstruktion von Straßen und Bahntrassen der Fortbestand der Populationen vielfach in Frage gestellt ist.
Als Art des Anhangs IV der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) sowie als "besonders geschützte Art" bestehen besondere Verpflichtungen zum Schutz und zur Erhaltung der Zauneidechsenpopulationen und ihrer Landlebensräume. Im Rahmen von Baumaßnahmen greift hier insbesondere die Eingriffsregelung des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG)). Werden als Folge eines Eingriffs Biotope zerstört, die für dort wild lebende Tiere der streng geschützten Arten nicht ersetzbar sind, ist der Eingriff nur zulässig, wenn er aus zwingenden Gründen des überwiegenden öffentlichen Interesses gerechtfertigt ist (§19 [3] BNatSchG).
Bei Eingriffen in bekannten Zauneidechsenhabitaten wird als Kompensationsmaßnahme vielfach das Abfangen und Umsetzen der Tiere in andere Habitate gefordert. Um einen größtmöglichen Erfolg sicherzustellen, wurden Kataloge von Mindestanforderungen entwickelt (Glandt 1988, Moulton & Corbett 1999) und erprobt.
In den meisten Fällen sind jedoch nur die baubedingten Auswirkungen für die Reptilien kritisch, während nach Abschluss der Eingriffe bei bestehenden Bahnanlagen oder Straßenböschungen die notwendigen Habitatstrukturen für den Fortbestand der Population erhalten bleiben oder wieder hergestellt werden können. Bei rechtzeitiger Berücksichtigung der Artansprüche in der Planung, können solche Strukturen im Zuge der Baumaßnahme als Reptilienlebensraum sogar optimiert werden.
Die Nahrung der Zauneidechsen besteht aus Käfern, Grillen, Heuschrecken, Schmetterlingen und deren Raupen, Ohrzwickern, mitunter Bienen und Wespen und anderen Insekten, Spinnen, Asseln, Steinläufern und anderen Hundertfüßlern, Tausendfüßlern, Würmern, aber auch kleinere Eidechsen werden mitunter verspeist.
Gerade im urbanen Bereich sind vor allem Hauskatzen und im geringeren Umfang Hunde, die natürlichen Feinde. Im natürlichen Lebensraum verspeisen auch Schlingnattern und Greifvögel wie der Turmfalke und der Schlangenadler sowie Rabenvögel und Hühnervögel die Eidechsen.
Aber auch Igel, Marder und Spitzmäuse jagen die Eidechse - insbesondere in den frühen Morgenstunden, wenn die wechselwarmen Tiere sich erst auf Betriebstemperatur bringen müssen, noch von der nächtlichen Kühle klamm sind und sich nur langsam bewegen können, fallen sie ihren Fressfeinden zum Opfer. Auch Spaziergänger und Radfahrer sollten auf den Steinwegen des Gebietes auf sich aufwärmende Eidechsen achten.
Bedroht ist die Zauneidechse vor allem durch Lebensraumvernichtung sowie Lebensraumisolation und damit einhergehendem fehlenden Genaustausch. Da die Zauneidechse insbesondere brachliegendes Gelände, das oft mehr oder weniger schnell bebaut werden soll, besiedelt, werden allzu häufig Tiere während der Bauphase getötet.
Eine Alternative:
Auf der Bahnstrecke nach Rostock sollte ein Teilstück saniert werden. Rund 60 km von Berlin war von diesen Arbeiten ein Abschnitt betroffen, auf dem Zauneidechsen zu Hause sind. Um dieser Population nicht den Garaus zu machen, entschieden die zuständigen Stellen, sie bis zur Wiederherstellung ihrer Wohnung ins Hotel umzusiedeln.
Es bot sich an, die Naturschutzstation Malchow damit zu beauftragen. Deren Mitarbeiter wissen, was die Tiere benötigen. Sie verfügen über die nötigen Erfahrungen, denn mehrfach hatten sie schon die empfindlichen Reptilien bei sich aufgenommen. Beispielsweise als im Berliner Norden eine Straße gebaut wurde.
Aus der Bahndammpopulation wurden etwa zwei Dutzend erwachsene und ebenso viele Jungtiere abgefangen. Gleichzeitig begannen die Malchower Naturschützer auf dem Gelände der Station mit der Erweiterung des bereits vorhandenen Eidechsenquartiers. So wurde ein idealer Lebensraum für die Tiere geschaffen: 12 x 12 Meter, also 144 Quadratmeter groß, mit Sand- und Kiesflächen, viel Totholz, artgerechten Überwinterungsbereichen ausgestattet. Im Boden versenkte Metallplatten zäunen das Areal ein. Es ist mit einem Netz überspannt, um die Eidechsen vor Vögeln und Katzen zu schützen. Im Biotop finden die Tiere ausreichend natürliche Nahrung wie Spinnen, Käfer und Insekten. Der ausgezeichnete Service in diesem Hotel bietet sogar noch zusätzliche Leckerbissen wie Heimchen und "Wiesenplankton". Um das servieren zu können, sah man die Mitarbeiter kescherwedelnd über die vielgestaltigen Wiesen im Erlebnisgarten der Station traben. Was sich im Kescher verfängt, ist an Nahrungsvielfalt nicht zu überbieten.
Die geschwänzten Gäste blieben in dieser Luxusherberge bis zur Fertigstellung des besagten Bahnabschnitts. Dann durften sie wieder ihren natürlichen Lebensraum beziehen.
September 2011
Bezirk hat Sonderseiten eingerichtetVielleicht hat es noch nicht jeder entdeckt? Zu folgenden Themen hat die Lichtenberger Abteilung Stadtentwicklung Sonderseiten eingerichtet: Bebauungsplan "Gartenstadt Karlshorst" 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenzam 27. April 2012 im Rathaus Lichtenberg war ein erster Schritt und ein großer Erfolg. Die anwesenden Marzahner und Kreuzberger wünschten sich ebensolche Veranstaltungen in ihrem Bezirk. Resonanzen von den Teilnehmer/-innen waren: Weitere Infos und Fotos finden Sie bis zum 10. Mai unter www.umwelt.sozdia.de. Gummibaumzu verschenken! ca. 1,5 m groß an Selbstabholer: Pfarrstraße, Tel.: 44 05 26 04 Berlin summt in Lichtenberg!Neuer Berlin summt - Standort wird am 12. Mai 2012 im Bezirk eingeweiht. Der Interkulturelle Garten Lichtenberg wird damit der zwölfte und letzte Referenzstandort des erfolgreichen Kümmerers für Wild- und Honigbienen in unserer Stadt. Die Initiative Berlin summt ist bekannt geworden, weil sie Imker und Hausbesitzer zusammenbringt, um Bienenstöcke insbesondere auf den Dächern prominenter Orte und touristischer Sehenswürdigkeiten Berlins, aufzustellen. Sie macht damit seit 2011 erfolgreich auf die Situation der Bienen in der Großstadt Berlin aufmerksam. In Lichtenberg ist übrigens das Deutsch-Russische Museum Karlshorst ebenfalls Referenzstandort von Berlin summt. Infos: www.interkulturellergarten.de, www.berlin-summt.de Gemüsegärten zum Mietenmeine Ernte GbR bietet wieder Gemüsegärten für eine Saison zum Mieten in Wartenberg an. |