Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Deutscher Naturschutzpreis 2012

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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.

Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.

Die Natur in der Naturscheune ...

Beate Kitzmann / Foto: W. Reinhardt

Zur Instandsetzung der Naturscheune und ökologischem Bauen

Interview mit Beate Kitzmann, Geschäftsführerin des Naturschutz Berlin-Malchow e.V.

von Kathleen Pohl  /   Druckversion

Kathleen Pohl: Nach dieser ereignisreichen Eröffnungsfeier, wie geht es Ihnen jetzt Frau Kitzmann?

Beate Kitzmann: Nach all der Aufregung bin ich froh und glücklich, dass wir alles so gut geschafft haben. Obwohl bei uns die Großereignisse nicht abreißen. Am Wochenende findet ja das Storchenfest statt (25./ 26. Juni): Der Höhepunkt des Jahres, an dem wir wieder zu Markttreiben, Spielen, Vorträgen, kulinarischen Überraschungen, Musik und Tombola einladen.

Kathleen Pohl: Das wird sicher interessant. Kommen wir zum Baugeschehen. Was wurde denn im Wesentlichen verändert?

Beate Kitzmann: Der Umbau der Naturscheune war schon eine besondere Herausforderung. Das gesamte Ensemble (Wohnhaus, Stall, Scheune, Remise) steht ja unter Denkmalschutz. Das wollten und mussten wir bei den geplanten Nutzungsanpassungen beachten. Die Architektin hat sich beim Umbau an den Räumlichkeiten der früheren Scheune orientiert. Daher auch die kleinen Fenster an der Außenfassade zur Straßenseite. Im Einzelnen wurde das Mauerwerk und der komplette Dachstuhl saniert, sowie gedeckt bzw. mit Fenstern versehen. Dämmplatten und eine Horizontalsperre wurden gegen aufsteigendes Wasser im Mauerwerk eingebaut. Die alte Klinkerfassade wurde freigelegt. Außerdem hat das Haus zum ersten Mal einen Wasser- und Stromanschluss bekommen.

Kathleen Pohl: Welche ökologischen Materialien kamen zum Einsatz?

Beate Kitzmann: Wir haben auf Styroporplatten verzichtet und stattdessen zur Dämmung Holzfaserplatten verwendet. Für den Schall- und Trittschutz bei der Deckengestaltung nutzte die Architektin Hanffasern. Wir haben uns für einen Holzdielenfußboden und Fenster aus Holz entschieden. Wir haben eine Solaranlage auf dem Dach. Das gesamte Haus wird durch eine moderne Stückholzheizung zentral geheizt. Wichtig war mir der Verzicht auf eine Pelletheizung, so können wir das Holz aus der Landschaftspflege direkt verwenden.

Kathleen Pohl: Bei der Einweihung sagte die Architektin, es wurden umweltschonende Arbeitsverfahren eingesetzt?

Beate Kitzmann: Ein Beispiel wäre, dass statt der Fensterausschäumung mit Bauschaum, Schafswolle verwendet wurde. Das ist auch zugleich eine traditionelle Bauweise, die die Handwerker neu erlernen mussten.

Kathleen Pohl: Wie viele Leute haben denn insgesamt mitgebaut?

Beate Kitzmann: Oh, ca. 20 Firmen und Gewerke mit jeweils 2-3 Mitarbeitern kommen da schon zusammen.

Kathleen Pohl: Wie lange hat etwa die Planungs- und Bauphase gedauert?

Beate Kitzmann: Die Scheune wurde sehr lange als Lagerraum für alle möglichen Dinge genutzt. Als wir kurz vor Baubeginn die Scheune für eine Feier ausgeräumt hatten, wurde die Schönheit und tolle Akustik der Räume erlebbar. Der Finanzierungsantrag wurde am 23.10.2007 gestellt. Das für Planung, Baumaßnahmen und Gestaltung erforderliche Geld wurde am 01.04.2009 bewilligt. Vom Bauantrag bis zur Fertigstellung hat es ca. 2 Jahre gedauert.

Kathleen Pohl: Gibt es etwas, was Sie Nachahmern mit auf den Weg geben möchten?

Beate Kitzmann: Starke Nerven. Nein. Ich denke, dass sich für jedes Problem eine Lösung findet. Man muss nur beharrlich bleiben. Ein Problem war z.B., dass die von Frau Wachsmuth geplante Glas-Holz-Konstruktion in F 30 Qualität (30 Minuten muss die Konstruktion bei Feuer Stand halten), auf den alten Balken montiert werden musste. Dafür eine Firma zu finden, die das zertifiziert, war nicht so einfach.

Kathleen Pohl: Haben Sie schon Pläne für den Ausbau der anderen Gebäude?

Beate Kitzmann: Pläne ja, aber im Moment kein Geld. Ein erster Schritt ist getan. Wir sind motiviert, am Ausbau der Gebäude weiter zu arbeiten. Zum Beispiel soll aus dem ehemaligen Stallgebäude, in dem wir jetzt sitzen, ein Veranstaltungsraum und Hofladen für regionale Bioprodukte werden.

Kathleen Pohl: Dafür viel Erfolg.

Beate Kitzmann: Vielen Dank.