Initiative Transparente Zivilgesellschaft

Deutscher Naturschutzpreis 2012

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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.

Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.

Die Bürgerinitiative "Berliner Luft" ...

Veranstaltung Sept. 2010, Foto: Kowalski, Howoge
Bahnhofsbegehung Sept. 2010, Foto: Haegert

... setzt sich für umweltfreundliche Mobilität am Verkehrsknotenpunkt Hohenschönhausen ein

von Elke Schuster   /   Druckversion

Die vorrangig in Hohenschönhausen tätige Bürgerinitiative "Berliner Luft" setzt sich seit langem für eine lebens­freundliche Umwelt ein. Sie engagiert sich im Bereich Mobilität und bringt durch ihre Aktionen die Optimie­rung des Verkehrsknotenpunktes Hohenschönhausen immer wieder ins Gespräch.

Wir beobachten seit Jahren, dass der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), vor allem durch die Ausdünnung des Regionalbahnverkehrs, zunehmend an Bedeutung in der Region verliert und befürchten eine weitere Reduzierung des schon unzureichenden Service, vor allem am Verkehrsknotenpunkt Hohenschönhausen.

Auch im 26. Jahr nach der Gründung von Hohenschönhausen, wo heute ca. 80.000 Menschen leben, existiert trotz Planung kein Zentrum, aber auch kein regulärer Bahnhof, sondern nur ein sogenannter Haltepunkt. Es gibt auch nur geringe Verknüpfungen der am Ort vorhandenen Verkehrsmittel: Regionalbahnen, S-Bahn, Bus, Tram. Dahinter ver­bergen sich mittlerweile sechs verschiedenen Verkehrsträger, die sich kaum untereinander absprechen und wo auch oft die Zuständigkeit nicht klar geregelt sind.

Das bislang vernachlässigte Bahnhofsumfeld kann nach Ansicht der Bürgerinitiative "Berliner Luft" zu einem Zentrum Hohenschönhausens entwickelt werden; aus einer öden Brache kann ein lebendiges Zentrum entstehen, bei dem auch die Entwicklungspotenziale für den ÖPNV Beachtung finden.

Wesentliche Forderungen der Bürgerinitiative "Berliner Luft" sind

  • stärkere und ressortübergreifende Beachtung des Themas Mobilität bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzep­tes des Bezirkes Lichtenberg

  • Beachtung des Verkehrsknotenpunktes Hohenschönhausen (Bahnhof) und seiner Entwicklungspotenziale im Klimaschutzkonzept

  • Projekt "Mobilitätsberatung" zur Umsetzung des Forderungskatalogs der Bürgerinitiative:
    - besserer Service (Wegeleitsystem) zur Vernetzung der unterschiedlichen Verkehrsmittel
    - mehr und wettergeschützte Fahrkartenautomaten, Toiletten, Bänke, Beleuchtung, Uhr
    - ein Servicegebäude am "Bahnhof", u.a. mit Fahrkartenverkauf, Mobilitätsberatung und Service für Anwohner und Besucher
    - mehr Regionalbahnen, u.a. zum Flughafen BER, nach Brandenburg, an die Ostsee, ins Stadtzentrum
    - attraktivere Gestaltung des Bahnhofsumfeldes und
    - Bau einer Verbindungsbrücke zwischen S-Bahnhof und Fernbahnhof mit Zugängen zu den Bahnsteigen direkt von den Wohngebieten aus.

Um auf die Diskrepanz zwischen den Erkenntnissen der Klima- und Mobilitätsforschung und der praktischen Umset­zung in Hohenschönhausen zu verweisen, führte die Bürgerinitiative "Berliner Luft" im Jahre 2010 eine Jahreskam­pagne "ÖPNV und Bürgerfreundlicher Bahnhof Hohenschönhausen" durch.

Mit Fragebogen- und Unterschriftenaktionen, Spaziergängen um den Verkehrsknotenpunkt herum (u.a. mit Bürger­meisterin, Politikern, Bürgern, zuständiger Verwaltung) sowie einem "Runden-Tisch-Gespräch" während der Europäi­schen Mobilitätswoche (EMW) (mit zuständiger Senatsverwaltung, ÖPNV- Verkehrsträgern, Wissenschaftlern der TU Berlin sowie dem Projektträger des BMU-Förderprogramms zu Mobilitätsmanagement "effizient mobil" (http://www.effizient-mobil.de) wurde auf das Erfordernis einer neuen Mobilitätskultur aufmerksam gemacht. Die er­stellte Doku­mentation zur Jahresaktion einschließlich dem Forderungskatalog wurde allen Zuständigen im Bezirk und im Land übergeben. Bis zum Wahlkampfbeginn gab es darauf keine Reaktionen, weder aus der Ver­waltung, noch von der Politik. Kurz vor der Wahl brachte die SPD dann plötzlich einen Antrag in die BVV ein, so dass es nun einen BVV-Beschluss (DS/2198/VI) gibt, der die Unterstützung zur Umsetzung des Forderungskatalogs, ein­schließlich ei­nes Projekts Mobilitätsberatung, schriftlich festschreibt.

Es liegt nun an den neu gewählten Politikern, zu beweisen, wie ernst sie es mit diesem Beschluss nehmen, der auch symbolisch für den Umgang mit Bürgerbeteiligung und die Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes Lichtenberg steht. Die Umsetzung des Mobilitätsmanagements bzw. der Mobilitätsberatung ist dringend erforderlich, um im Zeitalter des Klimawandels mehr Menschen zu einem Umsteigen in die "Öffentlichen" zu bewegen. So stellte Michael Cramer fest, "das Verkehrs-Wachstum (frisst) die Klimaerfolge anderer Sektoren mehr als auf." (http://www.michael-cramer.eu/show/2877184.html?searchshow=soft%20mobility).

Die Bürgerinitiative "Berliner Luft" ruft alle Mitbürger/-innen auf, sich gemeinsame für umweltfreundliche Mobilität und den Ausbau des ÖPNV in Hohenschönhausen einzusetzen. Anregungen und Vorschläge sind ebenso willkommen wie eine aktive Mitwirkung in der Bürgerinitiative.

Kontakt: Bürgerinitiative Berliner Luft, berliner.luft@gmx.net, Tel. 9292632

November 2011