Ausgabe Mai 2012
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Deutscher Naturschutzpreis 2012

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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.

Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.

Der Fuchs - ein Wildtier ist in der Stadt heimisch geworden

Foto: Stefanie Abel, pixelio.de

von Jens Henningsen   /   Druckversion

Die meisten von uns haben in den letzten Jahren in Lichtenberg schon einmal einen Fuchs gesehen. In unseren Gärten und Parks, auf Friedhöfen, aber auch in Wohnsiedlungen ist er in der Morgen- oder Abenddämmerung verschiedentlich zu beobachten. Es ist keine Seltenheit mehr, einem Fuchs zufällig zu begegnen, für manche Be­wohner gehört er inzwischen zum gewohnten Anblick. Wie andere Wildtiere auch, fühlt er sich inzwischen in der Stadt sehr wohl.

Wie kam es zu dieser Entwicklung? Was bedeutet es für die Bürger? Gehen Gefahren vom Fuchs aus?

Der Lebensraum des Fuchses ist sehr vielfältig. Er ist ein Nutzer vieler Lebensräume: Von der Meeresküste bis ins Gebirge. Nach unseren Wäldern und Feldern hat er nun auch die Städte als Lebensraum entdeckt. Er kommt hier mit seinen sehr gut ausgeprägten Sinnesorganen hervorragend zurecht. Ob in Gebüschen, Kleingärten, Holzstapeln, Schrottplätzen oder Hohlräumen an Gebäuden. Er ist nicht wählerisch, wenn die Orte ihm Ruhe und Ungestörtheit bieten. Von hier aus geht er seiner überwiegend nächtlichen Nahrungssuche nach.

Der "schlaue Fuchs" mit seiner feinen Nase und dem guten Sehvermögen hat vielseitige Ernährungsgewohnhei­ten. Seine Hauptnahrung besteht aus Mäusen. Er verzehrt aber auch Regenwürmer, Schnecken, Aas und nicht zuletzt auch Beeren und Früchte wie Äpfel, Kirschen und Pflaumen. In der Stadt bilden darüber hinaus menschli­che Nahrungsreste sowie Hunde- und Katzenfutter einen großen Teil seines Nahrungsspektrums. Er kann sich der jeweiligen Situation sehr gut anpassen und verschmäht selbst Vogelfutter im Winter nicht.
Bekannt ist der Fuchs als Überträger der Tollwut. In Berlin ist diese gefährliche Krankheit seit einigen Jahrzehn­ten nicht mehr aufgetreten, so dass keine Gefahr besteht. Aktuell ist der ebenfalls gefährliche Fuchsbandwurm in der Diskussion. Hier ist allerdings die Ansteckungsgefahr sehr gering. Der Mensch muss die Eier des Schädlings über Kot oder Speichel eines Fuchses aufnehmen um sich zu infizieren. Das ist sehr unwahrscheinlich, aber nicht ausgeschlossen. Sollte es hierzu kommen, kann bei einer Früherkennung eine erfolgreiche Behandlung durchge­führt werden. Verschiedentlich sieht man Füchse, deren Fell sehr unansehnlich erscheint. Sie sind dann meist von der Fuchsräude befallen. Diese Krankheit kann durch direkten oder indirekten Kontakt auf Menschen und Haustiere übertragen werden, stellt aber keine Gefahr dar. Wenn zusätzlich ungewöhnliches Verhalten oder be­sondere Vertrautheit auftritt, sollte man allerdings Vorsicht walten lassen. Generell gilt: Wild lebende Tiere oder auch tote Wildtiere nicht anfassen!

Die Füchse bedeuten in der Stadt für den Menschen keine Gefahr. Jeder sollte sich allerdings bewusst machen, dass es sich um Wildtiere handelt. Es gilt das Gebot - wie auch bei allen anderen Wildtieren: nicht Füttern!
Bei Fragen oder Unklarheiten steht in Berlin bei der Forstverwaltung das Wildtiertelefon: 030 - 64 19 37-23 zur Verfügung. In Gefahrensituationen oder in Notfällen wird über die Berliner Forsten ein Stadtjäger hinzugezogen, der vor Ort hilft und gegebenenfalls auch ein Tier töten darf.

Weitere Informationen:

Wildtiertelefon: (030) 641937-23
www.stadtentwicklung.berlin.de/forsten/wildtiere/de/fuchs.shtml

www.stadtentwicklung.berlin.de/forsten/waldschulen/download/fuchsbandwurm_tollwut.pdf

 

Februar 2012