Ausgabe Mai 2012
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Deutscher Naturschutzpreis 2012

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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.

Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.

Baumfällungen am Orankesee

Alle Fotos auf dieser Seite: Alicja Berger

von Heinz Nabrowsky und Fabian Peter   /   Druckversion

In der Oktoberausgabe der Lichtenberger Umweltzeitung wurde bereits in einem Beitrag über die Fällung von Bäumen am Orankesee im Rahmen der Seensanierung informiert. Unterdessen wurde diese Maßnahme umge­setzt, insgesamt mussten 34 Bäume gefällt werden. Seitens der Anwohnerinnen und Anwohner sind nun berech­tigte Fragen nach den Gründen für die Baumfällungen aufgetreten. In einem Vor-Ort-Termin am 15. November 2011 mit interessierten Bürgern wurden die Beweggründe durch Mitarbeiter des Bezirksamtes erläutert und auch im Rahmen der letzten Sitzung des Beirates für Naturschutz und Landschaftspflege diskutiert. Das Gremium be­urteilte die Maßnahme als fachlich richtig und empfiehlt für die Zukunft eine verbesserte Kommunikation. An die­ser Stelle sollen die Gründe noch einmal beleuchtet werden.

Hauptsächlich waren die 1990 bis 1991 gepflanzten Trauerweiden von den Fällungen betroffen. Bereits 1988 bis 1989 wurden am Orankesee bei der Befestigung der Ufer mit einer Stahlspundwand mehr als zwanzig fast 100-jährige Trauerweiden für die Baumaßnahme gefällt. Das Gartenamt Hohenschönhausen hatte danach wieder eine Bepflanzung mit Trauerweiden vorgenommen. Sie wurden aber sehr dicht an die Spundwand gepflanzt (sie­he Fotos).

Diese Spundwand wird nun eingekürzt. Das geschieht, indem sie mit einem Schweißbrenner abgeschnitten wird. Dazu ist es erforderlich, hinter der Spundwand ausreichend Raum zu schaffen. In diesem Raum wurzeln aber die Trauerweiden, und beim Bodenaushub werden die Wurzeln beschädigt und damit die Standsicherheit stark ver­ringert. In der Folge wären die Trauerweiden bei Sturm oder stärkerem Wind in das Gewässer gestürzt.

Eine alte Trauerweide wurde von einem Brandkrustenpilz besiedelt. Die Fruchtkörper des Pilzes konnten am Stamm sehr gut beobachtet werden. Leider zersetzt der Pilz das Holz von Bäumen, was zum Auseinanderbre­chen des Stammes führt. Die Untersuchung des Baumes ergab, dass eine weitere Erhaltung nicht mehr möglich ist.

Das trifft auch für acht Sandbirken, zwei Schwarzerlen und weiteren Gehölzaufwuchs zu. Diese Gehölze hatten sich überwiegend selbst im Uferbereich ausgesät.

Eine Eibe und ein Eschenahorn befanden sich auf der Fläche an der Oberseestraße, auf der 2013 der Seewas­serfilter gebaut werden soll. Auf dieser Fläche wird jetzt ein Lagerplatz eingerichtet, die Bäume wurden daher vor­zeitig gefällt.

Zur Fällung der 20 Trauerweiden wäre es wohl auch in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren gekommen. Sie konnten sich an den Standort nur dadurch anpassen, indem sie dem Licht entgegen wuchsen ? die benachbarte Lindenallee am Orankesee beschattete die Uferbereiche zu stark. Dadurch kam es zu einem sehr schrägen Wuchs, der früher oder später zum Umstürzen der Bäume geführt hätte.

Darüber hinaus hätten die Trauerweiden die Uferbereiche des Orankesees so stark verschattet, dass der natürli­che Aufwuchs von Röhricht behindert worden wäre.

Die milde und trockene Witterung im November bot beste Voraussetzungen für die Baumaßnahmen. Setzt sie sich im Dezember fort, kann der Bauzeitenplan sehr gut eingehalten werden. Am 28.11.2011 waren die Spund­wände freigelegt und etwa 10 Prozent gekürzt.

Dezember 2011