Ausgabe Mai 2012
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Deutscher Naturschutzpreis 2012

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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.

Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.

Ambrosiaversuche am Monimbó-Platz

Foto: Sandra Kannabei, FU Berlin: Ambrosia artemisiifolia (Beifußblättrige Ambrosia)
Foto: Sandra Kannabei, FU Berlin: Ambrosia psilostachya (Stauden-Ambrosie)
Verbreitung der entdeckten Ambrosiabestände in Berlin 2010 © Geodaten: Sen Stadt, Inhalte: BAgA
Foto: Sandra Kannabei, FU Berlin: Versuchsfläche am Monimboplatz

Ambrosiabekämpfung in Lichtenberg

von Sandra Kannabei / FU Berlin   /   Druckversion

Berliner Aktionsprogramm gegen Ambrosia (BAgA)

Ambrosia (Mehrzahl: Ambrosien) ist ein Wort, das sich vom griechischen "αμβροσία" ableitet und "Unsterb­lichkeit" be­deutet. Wer vermutet, dass man aus den Pflanzen der Gat­tung Ambrosia den bekannten Göt­tertrunk herstellt, wird enttäuscht. Die Bezeichnung er­klärt sich daraus, dass sich unter optimalen klimati­schen Bedingungen die ein- und mehrjährigen Arten dieser Gattung sehr stark ausbreiten und kaum auszu­rotten sind. Die auch als Traubenkraut oder Ragweed bekannten Pflanzen sind vorwiegend in Nordamerika beheimatet, wo unter den 40 bekannten Arten vor allem die hoch allergenen Arten Ambrosia artemisiifolia (Beifußblättrige-Ambrosie) und Ambrosia psilostachya (Stauden-Ambrosie) zu starken Asthma­anfällen und Heu­schnupfen bei Betroffenen führen.

Auch in Berlin hat sich durch menschli­ches Fehlverhalten dieser Neophyt (Neo = neu und phyton = Pflanze) an­gesiedelt und stäubt während seiner Blütezeit zwi­schen Juli bis September hunderttausen­de von hoch allergenen Pollen in die Luft aus. Um die Ge­sundheit der Bevölkerung zu schüt­zen, hat sich das Berliner Akti­onsprogramm gegen Ambrosia (BAgA) das Ziel gesetzt ,eine weitere Ausbrei­tung dieser Pflanze zu verhindern und die derzeitige Bestände zu minimieren. So wurden im Rahmen des Aktionspro­gramms und mit der Unterstüt­zung der Ambrosia-Scouts 1.280 Am­brosia Be­stände im Jahr 2010 in Ber­lin entdeckt, von denen 90% beseitigt wurden. Die restlichen 10% der nicht beseitigten Be­stände sind meist durch die mehrjährige Stauden-Ambrosie geprägt. Diese wur­den vor allem im Ostteil der Stadt in Groß­beständen mit jeweils mehr als 1.000 Pflanzen beobachtet. Ihre Be­kämpfung ist schwierig, weil sie sich neben Samen auch über ihre Wurzeln vermehren.

Versuchsfläche am Monimbó-Platz

In Zukunft sollen auch die Großbestände der Stauden-Ambrosie vernichtet werden. Dazu erproben in diesem Jahr das Institut für Meteorologie der Freien Universität Berlin mechanische und das Pflanzenschutzamt Berlin chemische Bekämpfungsstrategien. Beide Versuchsflächen befinden sich in Lichtenberg. So werden die mecha­nischen Bekämpfungsstrategien am Monimbó Platz am S-Bahnhof Lichtenberg getestet. Auf den jeweils 1m² großen Versuchsflächen werden die Pflanzen unter anderem ausgegraben, ausgerissen oder einfach nur abge­mäht. Wie effektiv diese Methode ist, wird sich erst mit Beginn der Vegetationsperiode im Jahr 2012 zeigen. Da die mechanischen Bekämpfungsstrategien meist sehr aufwendig und kostenintensiv sind, testet das Pflanzen­schutzamt auf einer Privatfläche an der Landsberger Allee diverse Herbizide auf ihre Wirksamkeit gegenüber Am­brosia. Die ersten Ergebnisse zu den wirkungsvollsten Mitteln gegen den Neophyten sind hier bereits schon am Ende dieser Vegetationsperiode abzulesen. Wie nachhaltig sie sind, zeigt sich erst im Frühling 2012.

Auch die Bevölkerung kann das Berliner Aktionsprogramm im Kampf gegen Ambrosia unterstützen:

  • Melden Sie Ambrosia-Funde

  • Entfernen Sie auf Ihren Privatflächen die Ambrosiapflanzen inklusive Wurzeln und entsorgen Sie die Pflanzen über den Hausmüll.

  • Verwenden Sie kein mit Ambrosiasamen verunreinigtes Vogelfutter.

So schützen Sie sich und andere Bewohner der Stadt vor der hoch­allergenen Pflanze und tragen zur Erfassung der Bestände und ihrer Entwicklung im Ambrosia-Atlas bei. Weitere Informationen und die Möglichkeit von Ihnen entdeckte Ambrosia-Bestände zu melden, fin­den Sie unter der Internetadresse: www.fu-berlin.de/ambrosia.

August 2011