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"Stadt braucht Natur - gemeinsam für Vielfalt, Naturerfahrung und Lebensqualität". Unter diesem Motto loben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Outdoor-Ausrüster Jack Wolfskin den diesjährigen Deutschen Naturschutzpreis aus. Die hochkarätig besetzte Jury vergibt den Preis für originelle Projektideen aus Naturerlebnis, Naturbildung und Naturschutz in den drei Kategorien: Förderpreis, Bürgerpreis und Ehrenpreis. Die Bewerbungsfrist für Förder- und Ehrenpreis endet am 9. April 2012, für den Bürgerpreis aber am 3. August 2012.
Weitere Informationen unter: www.deutscher-naturschutzpreis.de.








- und über den schleichenden Baumschwund in Berlin
von Kathleen Pohl / Druckversion
Berlin ist eine der grünsten Städte der Welt. Fast 48 % der Landesfläche werden von Wäldern, Gewässern, Agrarflächen, Park- und Grünanlagen eingenommen. Und Grün hat in der Stadt eine lange Tradition, die die Preußenkönige, einschließlich Friedrich II., mit ihren schönen Parkanlagen in Berlin und Brandenburg gründeten. Umso mehr bereitet es dem einen oder anderen Unbehagen, wie Berlin mit seinem öffentlichen Grün und seiner grünen Politik für die Privatwirtschaft, repräsentiert durch die Bauordnung, umgeht. Diese beiden Themen wollen wir einmal genauer betrachten.
Eine letzte Novellierung der Berliner Bauordnung durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gab es im September 2005. Interessant und leider auch kritisch zu betrachten, ist im 1.Teil, §8, der Aussagen zu nicht überbauten Flächen von bebauten Grundstücken spricht. Damit sind Freiflächen von Gewerbegrundstücken gemeint. Nach alter Regelung sind diese Flächen "5 m hinter der festgesetzten Straßenbegrenzungslinie oder, ... hinter der tatsächlichen Straßengrenze gärtnerisch anzulegen und zu unterhalten...". "Eine Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern kann verlangt werden. Die übrigen nicht überbauten Flächen der bebauten Grundstücke sind gärtnerisch unversiegelt anzulegen und zu unterhalten." Die neue Regelung vertraut darauf, dass die Privatwirtschaft verantwortlich und im Sinne der Senatsverwaltung mit den Flächen umgeht: Sie sind "wasseraufnahmefähig zu belassen oder herzustellen und zu begrünen oder zu bepflanzen". Welche Auswirkungen hat nun diese, mehr auf Eigenverantwortung bauende, Regelung? Leider werden die Unternehmen dem Vertrauensvorschuss nicht gerecht. Pflanzenkölle in Hoppegarten/ Brandenburg ist ein sehr positives Beispiel. Hier grünt und blüht es üppig. Weniger schön, ist der jüngst eröffnete Globus-Baumarkt an der Landsberger Allee.
Wie ergeht es nun dem öffentlichen Grün, sprich den Bäumen in Berlin? Bäume haben vielseitige Wohlfahrtswirkungen. Sie sehen schön aus, ihr Grün tut unserem Auge und unserer Seele gut. Bäume produzieren Sauerstoff, indem sie schädliches CO² absorbieren und zusammen mit Licht für ihr Wachstum verwenden (Photosynthese). Sie kühlen die Luft im Sommer, spenden Schatten, binden Staub und dämpfen Lärm. Alles Gründe, sie zu erhalten, zu pflegen und zu fördern. Und doch wird in Berlin für Bäume nicht genug getan. Die entsprechenden Gesetze und Etats obliegen den Grünflächen- bzw. den Ämtern für Natur- und Umweltschutz.
Der BUND hat eine Initiative gegründet: "10.000 neue Bäume für Berlin". Der BUND, der seit Jahren regelmäßig Baumreporte erstellt, beobachtet einen schleichenden Baumschwund. Es würden zwar für gefällte Bäume wieder welche nachgepflanzt, aber nicht genug. Pro Jahr verschwänden auf diese Weise ca. 2000 Bäume. So ist der Baumbestand in den letzten 5 Jahren um gut 10.000 Bäume geschrumpft. In Lichtenberg sind es rund 700 fehlende Bäume. Zusätzlich setzt ihnen jährlich das Tausalz zu. Bei der im letzten Jahr durch den BUND gegründeten Initiative, können Bürgerinnen und Bürger die leeren Baumscheiben vor ihrer Haustür unter www.baeume-fuer-berlin.de melden.
Dazu stellte ich Herrn Christian Hönig Fragen, der beim BUND Referent für Baumschutz ist.
Kathleen Pohl: Wie ist denn die Resonanz zu der neuen Aktion?
Christian Hönig: Die Resonanz der Bürger auf das Thema Grün in ihrer Stadt sowie die Aufmerksamkeit auf die Aktion "10.000 Bäume für Berlin" ist sehr hoch. Wir kommen kaum hinterher, alle Baumscheibenmeldungen auf der Karte einzutragen. Das sieht man auch an den Unterschriftenlisten, die wir an BUND-Ständen oder in allen Biosupermärkten in Berlin ausliegen haben.
Kathleen Pohl: Was ist das für eine Unterschriftenliste?
Christian Hönig: Mit der Unterschriftenliste kann man den Newsletter erhalten. Aber es geht auch darum, sich für ein gepflegteres Grün und für Straßenbäume in unserer Stadt einzusetzen. Die Unterschriftenlisten wollen wir nach der Abgeordnetenhauswahl der zukünftigen regierenden Partei/ dem Koalitionsbündnis vorlegen und damit mehr Druck machen.
Kathleen Pohl: Was passiert mit den Ergebnissen der Baumscheibenmeldungen?
Christian Hönig: Auch die wollen wir, in Form einer jetzt schon sehr eindrucksvollen Karte, zu den Koalitionsverhandlungen vorlegen. Wir wollen die Aufmerksamkeit der Politiker auf grüne Themen lenken und ihnen ihre Verantwortung bewusst machen.
Kathleen Pohl: Sind Sie der Meinung, dass sich an der Grünpolitik Berlins etwas ändern muss? Ich erinnere da auch an das 11- Punkte- Papier, das Mitte des Jahres von den Berliner Naturschutzverbänden vorgelegt und dann mit Vertretern der Parteien zur Abgeordnetenhauswahl diskutiert wurde.
Christian Hönig: Auf jeden Fall. In allen 11 Punkten muss sich etwas tun. In erster Linie muss mehr Geld für die beteiligten Ämter sowie Personal zur Verfügung gestellt werden. Vor allem qualifiziertes Personal. Es geht nicht weiter so, dass benötigte Arbeitskräfte aus dem Stellenpool rekrutiert werden. Kurioser Weise waren an unserer Diskussion mit den Abgeordneten auch sechs Vertreter aus der Verwaltung beteiligt.
Kathleen Pohl: Vielen Dank!
Die Grünpolitik scheint ein weites Feld zu sein, an dem die Politiker zukünftig weiter ackern können. Bleibt zu hoffen, dass dabei die Belange des Umwelt- und Naturschutzes und der Bürgerinnen und Bürger wieder mehr Gehör finden. Das sind wir auch unserem guten Ruf als "grüner Hauptstadt" schuldig, wenn wir weiter Touristen aus aller Welt anziehen möchten. Und die bringen ja bekanntlich auch Geld in die Kassen.
Zur Information: Der 11-Punkte-Plan der Berliner Naturschutzverbände wurde am 24. Mai 2011 mit den umweltpolitischen Sprechern der Parteien diskutiert. www.bund-berlin.de
September 2011
Bezirk hat Sonderseiten eingerichtetVielleicht hat es noch nicht jeder entdeckt? Zu folgenden Themen hat die Lichtenberger Abteilung Stadtentwicklung Sonderseiten eingerichtet: Bebauungsplan "Gartenstadt Karlshorst" 1. Lichtenberger Baumschutzkonferenzam 27. April 2012 im Rathaus Lichtenberg war ein erster Schritt und ein großer Erfolg. Die anwesenden Marzahner und Kreuzberger wünschten sich ebensolche Veranstaltungen in ihrem Bezirk. Resonanzen von den Teilnehmer/-innen waren: Weitere Infos und Fotos finden Sie bis zum 10. Mai unter www.umwelt.sozdia.de. Gummibaumzu verschenken! ca. 1,5 m groß an Selbstabholer: Pfarrstraße, Tel.: 44 05 26 04 Berlin summt in Lichtenberg!Neuer Berlin summt - Standort wird am 12. Mai 2012 im Bezirk eingeweiht. Der Interkulturelle Garten Lichtenberg wird damit der zwölfte und letzte Referenzstandort des erfolgreichen Kümmerers für Wild- und Honigbienen in unserer Stadt. Die Initiative Berlin summt ist bekannt geworden, weil sie Imker und Hausbesitzer zusammenbringt, um Bienenstöcke insbesondere auf den Dächern prominenter Orte und touristischer Sehenswürdigkeiten Berlins, aufzustellen. Sie macht damit seit 2011 erfolgreich auf die Situation der Bienen in der Großstadt Berlin aufmerksam. In Lichtenberg ist übrigens das Deutsch-Russische Museum Karlshorst ebenfalls Referenzstandort von Berlin summt. Infos: www.interkulturellergarten.de, www.berlin-summt.de Gemüsegärten zum Mietenmeine Ernte GbR bietet wieder Gemüsegärten für eine Saison zum Mieten in Wartenberg an. |